Eine Altenpflegerin aus Köln stellte sich am Montag wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht. Der tragische Vorfall ereignete sich im Oktober 2023, als die Beschuldigte im Kreuzungsbereich der Neusser Landstraße in Chorweiler eine Fußgängerin erfasste, die eine rote Fußgängerampel überquert hatte. Die 61-jährige Geschädigte wurde bei dem Aufprall schwer verletzt und starb noch an der Unfallstelle.
Die 49-jährige Angeklagte bog bei grüner Ampelschaltung in den Chrysanthemenweg ein. Es war bereits dunkel und die Straßenbeleuchtung ließ zu wünschen übrig. Augenzeugen berichteten, dass die Fußgängerin, die zuvor alkoholische Getränke konsumiert und Medikamente eingenommen hatte, beim Überqueren der Straße „gewankt“ sei. Ein Nachbar der Verstorbenen äußerte, dass er den Unfall für selbstverschuldet hielt.
Unfallanalyse und rechtliche Bewertung
Ein Kfz-Gutachter bestätigte während des Prozesses, dass die Fußgängerin im Scheinwerferlicht der Autofahrerin gut sichtbar war. Er stellte fest, dass die Fahrerin mindestens zwei Sekunden Zeit hatte, um auf die Fußgängerin zu reagieren. Dennoch wurde die Aufmerksamkeit der Angeklagten als „niederschwelliger“ eingestuft, da sie eine bekannte Strecke befuhr. Der Verteidiger der Angeklagten wies auf eine Mitschuld der Fußgängerin hin und beantragte eine Einstellung des Verfahrens, was jedoch vom Staatsanwalt abgelehnt wurde.
In der Folge beschloss die Richterin, die Altenpflegerin mit einer Geldstrafe von 5600 Euro zu belegen, was 80 Tagessätzen à 70 Euro entspricht. Dieses Urteil wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage von Fußgängern im deutschen Straßenverkehr, die in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus geraten ist.
Statistik zur Verkehrssicherheit in Deutschland
Die Verkehrsunfallstatistik 2023 zeigt, dass die Toten bei Verkehrsunfällen in Deutschland angestiegen sind. Laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) starben 2023 insgesamt 2.839 Menschen, was einem Anstieg von 1,8 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch die Anzahl der Verletzten stieg um 1,5 % auf 366.557 Personen. Besonders die Fußgängersicherheit wird immer wichtiger, da die Zahl der Getöteten und Verletzten in dieser Kategorie in den letzten drei Jahren zugenommen hat.
Manfred Wirsch, Präsident des DVR, fordert, die Fußgängersicherheit in der Verkehrspolitik stärker zu berücksichtigen. Die Bundesregierung arbeitet an einer neuen Fußverkehrsstrategie, die es den Kommunen ermöglichen soll, Zebrastreifen einfacher anzuordnen, um die Sicherheit der Fußgänger zu erhöhen. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Deutschland, – eine Notwendigkeit, die sich durch tragische Vorfälle wie den in Köln umso klarer zeigt.
Grundlage für zukünftige Verkehrspolitik
Die Erfassung von Verkehrsunfällen in Deutschland dient als Basis für gesetzgeberische Maßnahmen, Verkehrserziehung und die Weiterentwicklung der Straßeninfrastruktur. Die Statistik bietet umfassende Daten, die für die Verbesserung der Verkehrssicherheitslage unerlässlich sind. Ein wichtiges Ziel dieser Statistiken ist es, Strukturen des Unfallgeschehens zu verstehen und die Abhängigkeiten unfallbestimmender Faktoren aufzuzeigen. Die Ergebnisse fließen nicht nur in die politischen Entscheidungen ein, sondern auch in die Planung sichererer Verkehrswege und die Entwicklung von Fahrzeugtechniken.