In Frankfurt am Main steht die Förderung des Klimaschutzes in den kommenden Jahren im Mittelpunkt der politischen Agenda. Die Diskussion konzentriert sich insbesondere auf den Verkehrssektor, wo das Verkehrsforum VCD Investitionen in Straßen, Schienen, Brücken sowie den Ausbau der Bahn-, Fuß- und Radinfrastruktur fordert. Während ein Sondervermögen für die Sanierung von Schienensträngen geplant ist, übt der VCD Kritik an der Verwendung von Fördergeldern für den Neubau von Straßen. Positiv hervorgehoben wird hingegen die Einführung von Kaufprämien für Elektroautos, auch wenn die BDEW-Chefin die Pläne zur Abwehr von Strafzahlungen an Autobauer wegen Flottengrenzwerten scharf kritisiert und Planungssicherheit für Ladesäulenbetreiber fordert.
Parallel dazu zeigt ein Bericht von nbau.org die Maßnahmen der Europäischen Kommission auf, die darauf abzielen, die CO2-Emissionen im Verkehrssektor bis 2050 um 90 % zu reduzieren. Das Directorate General for Mobility and Transport hat dafür Expertengruppen gebildet, die verschiedene Dekarbonisierungsmöglichkeiten im Verkehrsinfrastrukturbau untersuchen. Der kürzlich veröffentlichte Joint Final Report liefert konkrete Empfehlungen und betont, dass viele Lösungen für alle Phasen des Infrastrukturbaus bereits zur Verfügung stehen.
HYDRAULIK UND HEIZPRAXIS
In Deutschland wird zudem deutlich, dass beim Thema Wärmewende Handlungsbedarf besteht. Laut aktuellen Informationen plant die Regierung, die Strompreise um mindestens 5 Cent pro Kilowattstunde zu senken. Gleichzeitig sollen im Heizungsgesetz die Förderungen gestrafft werden, und eine Senkung der anrechnungsfähigen Kosten für Wärmepumpen von 30.000 Euro auf 20.000 Euro wird angestrebt. Dieses Vorgehen zielt darauf ab, Einsparungen für sozial benachteiligte Haushalte zu nutzen. Anknüpfend an diese Entwicklungen soll der CO₂-Emissionshandel ab 2027 auf Gebäude ausgeweitet werden, während ein Vorschlag für ein Klimageld in Höhe von 120 Euro pro Person ab 2026 diskutiert wird.
GEBÄUDESANIERUNG UND FERNWÄRME
Die Notwendigkeit einer verlässlichen Förderkulisse für energetische Sanierungen wird immer deutlicher. Agora Energiewende fordert soziale Staffelungen der Zuschüsse und eine gezielte Unterstützung ineffizienter Gebäude. Im Gebäudebereich gehen die Bundesförderungen von derzeit 17 Milliarden Euro pro Jahr aus. Zudem wird der Ausbau der Fernwärme als Jahrhundertaufgabe bezeichnet, wobei Prognosen bis 2030 Kosten von etwa 43 Milliarden Euro vorhersagen. Eine Umstellung der Wärmeproduktion von Erdgas und Kohle auf Geothermie ist dringend erforderlich.
Die Diskussion über die modernen Anforderungen an die Stromnetze wird zunehmend lauter. Die Erweiterung der Netze für erneuerbare Energien ist unerlässlich, ebenso wie Investitionen in intelligente lokale Verteilnetze. E-Autos könnten dabei als Zwischenspeicher fungieren. Eine Abkehr von teuren Erdkabeln hin zu Freileitungen wird favorisiert, um die Kosten zu reduzieren.
DER WEG IN DIE ZUKUNFT
Abschließend stellt der BDEW die Notwendigkeit eines Wasserstoffkernnetzes für Deutschland in den Raum, um klimafreundlichen Wasserstoff zu fördern und Erdgas zu ersetzen. Innovative Ansätze in der CO₂-Speicherung werden ebenfalls thematisiert. Die Kooperationen mit Ländern wie Norwegen und die kritische Diskussion über die Kosten für den Transport und die Zerlegung von Wasserstoff verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen die Politik steht.