Am Internationalen Frauentag 2025 wird die bedeutende Rolle von Frauen in der Wissenschaft, insbesondere in der Klimaforschung, gewürdigt. In Deutschland haben Frauen wie Friederike Otto, die als Mitgründerin der Zuordnungsforschung gilt, entscheidende Beiträge zum Verständnis der Zusammenhänge zwischen Erderwärmung und Extremwetterereignissen geleistet. Otto, die Professorin am Imperial College in London ist, zeigt in ihrer Arbeit mit der Initiative World Weather Attribution, dass extreme Wetterereignisse, wie die Fluten in Spanien im Jahr 2022, durch den Klimawandel wesentlich intensiver geworden sind. Ihre Forschung belegt, dass die Erderwärmung die Flutereignisse um 12 % verstärkt hat.

Friederike Otto wurde 2021 von TIME zu einer der 100 einflussreichsten Personen ernannt und erhielt 2023 den deutschen Umweltpreis. In ihrem Buch „Klimaungerechtigkeit“ thematisiert sie die sozialen Ungerechtigkeiten, die durch den Klimawandel insbesondere Frauen betreffen. Ihre Arbeit verdeutlicht, wie wichtig es ist, Genderaspekte in die Klimaforschung zu integrieren, um eine gerechte Zukunft zu gestalten.

Vielfältige Expertisen im Klimaschutz

Eine weitere herausragende Wissenschaftlerin ist Katrin Böhning-Gaese, die an der Goethe-Universität Frankfurt und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig tätig ist. Sie leitet das Senckenberg-Biodiversitäts- und Klimaforschungszentrum und forscht zum Zusammenwirken von Mensch, Tierwelt und Natur. Böhning-Gaese warnt vor der Zerstörung von Lebensräumen durch die Klimaerwärmung, die die Biodiversität in Deutschland bedroht.

Auch Ulrike Jordan, Professorin für Solar- und Anlagentechnik an der Universität Kassel, mahnt zur Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien. Dies ist ein zentraler Aspekt der deutschen Klimapolitik, die auch von Wirtschaftswissenschaftlerinnen wie Claudia Kemfert, Karen Pittel und Maja Göpel vorangetrieben wird. Kemfert beschäftigt sich mit der Energiewende, während Pittel die Bundesregierung in Klima- und Umweltfragen berät. Maja Göpel, eine Mitgründerin des Bündnisses „Scientists for Future“, fordert ein Umdenken im Wirtschaftsmodell in Hinblick auf zukünftige Generationen.

Gendergerechtigkeit in der Klimapolitik

Seit 2012 ist das Thema „Gender und Klima“ in den Vertragsstaatenkonferenzen der UN fest verankert. Vereinbarungen zur Geschlechterparität in Delegationen und Verhandlungsgruppen markieren erste Schritte in Richtung einer gendersensiblen Klimapolitik. 2014 wurde das Lima Work Programme on Gender eingeführt, um die Umsetzung dieser Beschlüsse zu fördern. Die UNFCCC betrachtet Gender Mainstreaming als zur Erreichung aller Klimaziele notwendig, was die Integration von Genderaspekten in die Klimaforschung vorantreibt.

Obwohl die Definitionen für Genderbegriffe in diesem Kontext unklar sind, ist die Verankerung von Gender in der Präambel des Pariser Klimaabkommens von 2015 ein bedeutender Fortschritt. Der Gender-Aktionsplan von 2017 konkretisiert diese Beschlüsse und umfasst fünf zentrale Cluster, unter anderem Kapazitätenaufbau und Geschlechterparität.

Gesellschaftliche Dimensionen und Handlungsbedarf

Studien zeigen, dass Männer tendenziell einen höheren CO2-Fußabdruck haben, vor allem auf Grund ihres Mobilitätsverhaltens. Eine stärkere Gleichstellung der Geschlechter könnte signifikante Auswirkungen auf die Minderung von CO2-Emissionen haben. Gleichzeitig gibt es einen dringenden Bedarf, die sozialen Faktoren zu berücksichtigen, die die Schwächsten der Gesellschaft, insbesondere Frauen, in Zeiten von Hitzewellen stärker gefährden.

Die deutschen Klimapolitiken sind zunehmend darauf ausgerichtet, Geschlechtergerechtigkeit in die Klimaforschung zu integrieren, wobei der Fokus oft auf Mikroebene liegt. Die Entwicklung von Gender Impact Assessments ist ein innovativer Schritt, um Genderperspektiven in der Klimapolitik wirksam umzusetzen und damit zur Geschlechtergerechtigkeit beizutragen.

Für weitere Informationen zu den Beiträgen von Frauen in der Klimaforschung und zur Integration von Genderaspekten in die Klimapolitik sind die Berichte der Tagesschau, Leopoldina und bpb von großer Bedeutung.