Die ukrainische Regierung hat angekündigt, verstärkt Maßnahmen zu ergreifen, um die Rückkehr ihrer Staatsbürger aus Deutschland zu fördern. Oleksij Tschernyschow, der stellvertretende Ministerpräsident der Ukraine, gab während eines Besuchs in Berlin die Pläne für die Einrichtung von sogenannten „Unity Hubs“ bekannt. Diese Einheitszentren sollen ukrainischen Geflüchteten vielseitige Unterstützung bieten, die von Arbeits- und Wohnungsvermittlung bis hin zu Bildungsangeboten reicht. Der erste „Unity Hub“ wird zeitnah in Berlin eröffnet, wie die Bundesregierung bereits angekündigt hat.

Im Rahmen eines Gespräches mit Tschernyschow betonte Bundesinnenministerin Nancy Faeser die Unterstützung der Ukraine durch die deutsche Regierung bei der Einrichtung dieser Zentren. Teilnehmer des Gesprächs waren auch Vertreter des Auswärtigen Amts sowie mehrerer Bundesministerien. Die „Unity Hubs“ sollen vor allem als Anlaufstelle für ukrainische Geflüchtete in Deutschland dienen und bieten eine Vielzahl an Angeboten, dazu gehören unter anderem kulturelle Programme, Sprachunterricht und Beratung zur freiwilligen Rückkehr in die Ukraine.

Bedarf an Arbeitskräften und Rückkehrunterstützung

Tschernyschow machte klar, dass die Ukraine in kritischen Branchen wie der Rüstungsproduktion, im Energiesektor und beim Wiederaufbau einen großen Bedarf an Arbeitskräften hat. Rückkehrer aus Deutschland, die in diesen Bereichen arbeiten möchten, sind zudem vom Militärdienst befreit. Über 1,1 Millionen Ukrainer sind seit der russischen Invasion 2022 nach Deutschland geflüchtet, wobei mehr als 350.000 davon Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind. Aktuell leben in Deutschland rund 1,24 Millionen Menschen, die seit dem Beginn des Konflikts geflohen sind.

Zusätzlich sollen auch die in Deutschland verbleibenden Ukrainer Unterstützung erhalten, um sich besser in Deutschland zu integrieren. Die Kooperation mit den Jobcentern und der Bundesagentur für Arbeit spielt dabei eine entscheidende Rolle. Auch im Bereich der Arbeitsmarktintegration haben ukrainische Geflüchtete mittlerweile Zugang zu zahlreichen Angeboten, darunter Integrationskurse, die bereits von 100.000 Ukrainern erfolgreich abgeschlossen wurden, mit weiteren 100.000 in Aussicht.

Unterstützungsmaßnahmen und Integrationsmodelle

Auf der Grundlage europäischer Beschlüsse haben ukrainische Geflüchtete sofortigen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat Maßnahmen zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt etabliert. Dabei folgt der Integrationsverlauf einem „Drei-Phasen-Modell“, das sowohl Sprachförderung als auch berufliche Qualifikation umfasst. In der ersten Phase liegt der Schwerpunkt auf der Orientierung und dem Erwerb der deutschen Sprache. Die zweite Phase konzentriert sich auf das Arbeiten und die Qualifizierung in Beschäftigung. Schließlich soll in der dritten Phase die Beschäftigung weiter stabilisiert und ausgebaut werden.

Die Bundesregierung beabsichtigt außerdem, die Verfahren zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen zu beschleunigen sowie ausreichende Kinderbetreuungsangebote bereitzustellen. Diese Maßnahmen sollen die Integration von geflüchteten Menschen in Deutschland weiter fördern und sicherstellen, dass sie sowohl in Deutschland als auch nach einer Rückkehr in die Heimat erfolgreich sein können.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Initiative der ukrainischen Regierung, Rückkehrer aus Deutschland zu unterstützen und gleichzeitig die Integration der verbleibenden ukrainischen Geflüchteten zu fördern, ein wichtiger Schritt in den Bemühungen um Stabilität und Wiederaufbau in der Ukraine ist. Die Schaffung der „Unity Hubs“ in Deutschland wird dabei eine zentrale Rolle spielen.