Am Sonntag, den 2. März 2025, findet in Cottbus der größte Karnevalsumzug Ostdeutschlands, der „Zug der fröhlichen Leute“, statt. Der Umzug beginnt um 13:11 Uhr und wird von rund 4.000 Mitwirkenden aus Brandenburg, Berlin und Sachsen gestaltet. Es sind 61 Startnummern vergeben worden, und die bunte Parade wird geschmückte Trucks, Spielmannszüge sowie zahlreiche Tänzerinnen und Tänzer umfassen. Der Veranstalter, der Karneval Verband Lausitz, erwartet bei gutem Wetter zwischen 40.000 und 60.000 Zuschauer; im Vorjahr waren es bei Regenwetter bereits etwa 30.000.
Die Umzugsstrecke ist mit 2.803 Metern eine der längsten und führt durch die Innenstadt Cottbus’. Sie beginnt an der Kreuzung Franz-Mehring-Straße/Willy-Brandt-Straße und endet am Festzelt auf dem Viehmarkt. Um den Komfort der Besucher zu gewährleisten, wurden über 50 Toiletten in der Nähe der Versorgungsstände aufgestellt. Die Stadt empfiehlt zudem die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da keine zusätzlichen Parkplätze zur Verfügung stehen, und Verkehrseinschränkungen sowie Halteverbote in Kraft treten.
Sicherheitskonzept und Polizeipräsenz
Mit Blick auf die bevorstehenden Feierlichkeiten hat die Stadt Cottbus ein neues Sicherheitskonzept eingeführt. Mike Holzmann, der Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald, betont, dass es keine konkrete Drohung gegen den Umzug gebe, jedoch eine abstrakte Gefahr wahrgenommen wird. Um das Sicherheitsgefühl der Teilnehmer zu erhöhen, werden unter anderem erhöhte Polizeipräsenz, Straßensperren sowie mobile Wachen von Polizei und Ordnungsamt an strategischen Punkten in der Stadt eingerichtet. „Eine hundertprozentige Sicherheit kann nicht garantiert werden,“ so Holzmann, der auch die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung hervorhebt.
Die Polizei wird mit einer größeren Anzahl an Einsatzkräften als in den Vorjahren vor Ort sein, und die Zufahrten zur Umzugsstrecke werden strenger kontrolliert. Poller und andere Absperrungen sind installiert, um zu verhindern, dass Autos auf die Umzugsstrecke gelangen. Diese Maßnahmen sind im Kontext einer allgemeinen Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen zu sehen, die seit den jüngsten Anschlägen bundesweit verstärkt wurden und auch andere Karnevalsumzüge betreffen.
Herausforderungen für die Veranstalter
Zusätzlich zu den Sicherheitsmaßnahmen sehen sich die Veranstalter mit höheren Kosten konfrontiert, die durch die neuen Sicherheitsauflagen entstehen. Laut Klaus-Ludwig Fess, Präsident des Bundes Deutscher Karneval, gibt es bereits Beschwerden über die finanziellen Belastungen, die in einem Bereich von 100.000 bis 200.000 Euro liegen können. Diese steigenden Kosten hatten in manchen Fällen sogar zur Absage von Umzügen geführt.
Insgesamt rechnet der Verband mit etwa 3.500 Umzügen in Deutschland bis Aschermittwoch. Dennoch bleibt das Ziel, den Menschen eine sichere Teilnahme an den festlichen Ereignissen zu ermöglichen. „Wir müssen uns die Freude am Leben nicht nehmen lassen,“ betont ein Vertreter der Gewerkschaft der Polizei. Der rbb wird den Umzug live ab 14 Uhr im Fernsehen und auf YouTube übertragen und zeigt zudem am Sonntagabend die Gala „Heut‘ steppt der Adler“.