Im Ennepe-Ruhr-Kreis startet zu Jahresbeginn eine neue Kampagne zur Sensibilisierung für die richtige Abfalltrennung. Die Initiative trägt den Titel „#wirfuerbio“ und verfolgt das zentrale Ziel, den Plastikanteil im Biomüll zu senken. Zentrales Motiv der Kampagne ist ein Bild eines jungen Menschen mit einem missbilligenden Blick und der Botschaft „Kein‘ Bock auf Plastik im Biomüll“. Dieses Motiv wird auf Abfallkalendern, Bannern sowie Müllfahrzeugen in den Städten Schwelm, Wetter und Witten abgebildet.

Zusätzlich wird die Kampagne ab Ende Januar durch einen Radiospot unterstützt. Eine Analyse aus dem Jahr 2022 ergab, dass der Kunststoffanteil im Biomüll im Ennepe-Ruhr-Kreis bei 0,7 Prozent liegt, was knapp unter dem Grenzwert ist. Dennoch soll die Kampagne zur nachhaltigen Reduzierung des Kunststoffanteils beitragen und den Recyclingprozess verbessern. Weiterführende Informationen zur Kampagne sind auf der Webseite wirfuerbio.de/erk zu finden. Dort gibt es auch die Möglichkeit, ein Sortierspiel für das Handy herunterzuladen, um Kinder spielerisch an das Thema Mülltrennung heranzuführen.

Kompostierung und Klimaschutz

Die Kampagne steht im Zusammenhang mit einer bestehenden Vergärungsanlage in Witten, die jährlich 21.000 Tonnen Bioabfall und 5.000 Tonnen Grünabfall verarbeitet. Aus dieser Menge entstehen jährlich etwa 6.000 Tonnen wertvollen Kompost, der den Humusgehalt stabilisiert und die Fruchtbarkeit landwirtschaftlicher Böden verbessert. Der Kompost ersetzt Torf und ermöglicht es, auf mineralische oder künstliche Dünger zu verzichten.

Die erzeugte Kompostmenge versorgt etwa 300 Hektar Ackerland mit Nährstoffen und trägt zur Einsparung von etwa 1.600 Tonnen CO2 pro Jahr bei. Eine korrekte Trennung von Bioabfällen und der Einsatz von Kompost sind entscheidend für die Reduktion von CO2-Emissionen. Um dies zu erreichen, muss der Bioabfall jedoch frei von Störstoffen sein. Die richtige Sammlung von Bioabfall ist somit nicht nur sinnvoll, sondern auch wichtig für den Klimaschutz.