In diesem Jahr hat das kalte Wetter die Entwicklung von Stechmücken in der Region erheblich verzögert. Dies teilt die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer mit. Das Frühjahr war durch wiederholte Frostphasen geprägt, die das Wachstum der Sumpfwaldstechmückenlarven stark verlangsamten. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Brutstätten im Süden, wo es aufgrund des regenarmen Wetters weniger wasserführende Brutplätze gibt.

Einige Brutflächen haben sich bereits durch das sonnige Wetter ausgetrocknet, was bedeutet, dass sie nicht behandelt werden müssen. Dennoch stehen ab Montag gezielte Bekämpfungsmaßnahmen an: Ein Hubschrauber wird eingesetzt, um die Stechmückenpopulation aus der Luft zu bekämpfen. Des Weiteren sind weitere Einsätze zu Fuß geplant, um kleinere Brutflächen in der Umgebung zu behandeln.

Vorbereitungen auf die Stechmückensaison

Stechmückenjäger am Oberrhein bereiten sich auf die neue Saison vor, die voraussichtlich Mitte März beginnt. Dies ist ein deutlich späterer Saisonstart als im Jahr 2024, da kalte Temperaturen im Februar die Entwicklung der Larven hemmen. Die Brutstättenkartierung wurde über die Wintermonate aktualisiert, und die Anwendungs-Apps zur Dokumentation bekämpfungsrelevanter Daten im Gelände sind ebenfalls auf dem neuesten Stand.

Die Expertenteams planen auch einen gezielten Kampf gegen die Asiatische Tigermücke, deren Bekämpfung für April vorgesehen ist. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Brutstätten erfolgen sowohl am Boden als auch aus der Luft. Hierbei wird der biologische Wirkstoff Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) eingesetzt, der als umweltfreundlich gilt und speziell auf Stechmückenlarven wirkt.

Ökologische Maßnahmen und Vorschriften

Das Umweltbundesamt (UBA) berichtet, dass die Nachfrage nach Larviziden mit Bti zur Bekämpfung von Stechmücken durch Privatpersonen zugenommen hat. Trotz der Möglichkeit, dass Asiatische Tigermücken Viren auf Menschen übertragen können, sind bislang keine autochthonen Krankheitsfälle in Deutschland aufgetreten. Dennoch steigt die Sorge aufgrund vermehrter Fälle des West-Nil-Virus, die seit 2019 durch heimische Stechmücken übertragen werden.

Der Einsatz von Biozidprodukten zur Stechmückenbekämpfung fällt unter die Verordnung 528/2012 der EU. Diese Gesetzgebung stellt sicher, dass Produkte nur dann zugelassen werden, wenn sie sowohl wirksam sind als auch keine unannehmbaren Auswirkungen auf Menschen, Tiere oder die Umwelt haben. Studien zeigen, dass kleinskalige Anwendungen von Bti-Produkten durch Verbraucher keine negativen Umweltauswirkungen erwarten lassen, solange die Anwendungsvorgaben beachtet werden. Sogar die Verwendung des behandelten Wassers für die Gartenbewässerung stellt kein Risiko dar.

Am 26. November 2024 wird das Umweltbundesamt ein Fachgespräch in Berlin abhalten, das Entscheidungsträger über die Bekämpfung von Stechmücken informieren soll. Ziel dieser Veranstaltung ist es, ausgewogene Entscheidungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt zu fördern.

Insgesamt zeigt sich, dass die kalten Temperaturen zunächst eine positive Wirkung auf die Reduzierung der Stechmückenpopulation haben, während gleichzeitig wertvolle Vorbereitungen für die bevorstehende Saison getroffen werden. Weitere Informationen dazu sind in den Berichten von ZVW, Welt und Umweltbundesamt verfügbar.