Ein 21-jähriger Mann aus Berlin sieht sich schweren Vorwürfen gegenüber, da er beschuldigt wird, Bankkunden in Deutschland um über 550.000 Euro betrogen zu haben. Laut Tagesspiegel sitzt der Verdächtige bereits seit einem Jahr in Untersuchungshaft. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern hat Anklage gegen ihn erhoben, und es stehen insgesamt 149 Fälle des gewerbsmäßigen Computerbetrugs zur Debatte. Das Landgericht Bamberg muss nun entscheiden, ob ein Prozess eingeleitet wird.

Der Mann soll seit Januar 2022 systematisch Zugangsdaten von Bankkunden ausgespäht haben. Dies geschah durch den Einsatz von virtuellen Debitkarten, die er auf Smartphones kontrollierte. Der Schaden, der durch seine Machenschaften entstand, beläuft sich auf über eine halbe Million Euro. In 45 weiteren Fällen scheiterten seine Betrugsversuche, während er gleichzeitig Zugangsdaten zu 122 weiteren Online-Banking-Accounts für zukünftige Beträge sammelte. Festgenommen wurde der Verdächtige am 7. März 2024 in Berlin.

Gerichtliche Maßnahmen und Altersaspekt

Wegen seines Alters ist die Jugendkammer des Gerichts für den Fall zuständig, da er zum Zeitpunkt der Taten mindestens 18 Jahre alt war. Dies könnte Einfluss auf die rechtlichen Konsequenzen haben, die zu erwarten sind, falls ein Prozess stattfindet.

In einem breiteren Kontext zur Cyberkriminalität zeigt der aktuelle Cybersicherheitsmonitor 2024, dass das Bewusstsein für Cybergefahren in der Bevölkerung unterschiedlich ausgeprägt ist. Besonders beunruhigend ist der Anstieg der als unbesorgt eingestuften 16- bis 22-Jährigen um 16 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Über zwei Drittel dieser Altersgruppe schätzen ihr persönliches Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, als gering oder ausgeschlossen ein.

Die Studie zeigt außerdem, dass nur 36 Prozent der Befragten ihr Risiko als eher oder sehr hoch einschätzen. In den letzten zwölf Monaten wurden zudem 44 Prozent der Befragten Opfer von Online-Betrug, insbesondere im Bereich des Online-Bankings, wobei 15 Prozent angaben, beim Online-Banking betrogen worden zu sein. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, noch mehr Aufklärung und Schutzmaßnahmen gegen Internetkriminalität zu fördern, um das Vertrauen in digitale Dienste zu stärken.

Die Ergebnisse des Cybersicherheitsmonitors belegen außerdem, dass viele Nutzer weniger Schutzmaßnahmen gegen Cyberkriminalität ergreifen als im Vorjahr. Der häufigste Grund: ein Gefühl hoher Sicherheit. Dennoch ist der finanzielle Schaden, den Betrugsfälle wie der des beschuldigten Berliners anrichten, alarmierend und sollte alle Altersgruppen zur Vorsicht mahnen.