Die Junge Alternative (JA), die Jugendorganisation der Alternative für Deutschland (AfD), wird zum 31. März 2025 aufgelöst. Diese Entscheidung wurde auf einem Bundeskongress in Apolda getroffen, an dem etwa 250 Mitglieder teilnahmen. Ereignisse rund um den Kongress wurden von Protesten begleitet, bei denen rund 1.300 Menschen, unter ihnen Gewerkschaftsvertreter und die Initiative „Omas gegen Rechts“, gegen die Zusammenkunft demonstrierten. Diese Auflösung wurde von Martin Kohler, dem Chef der Berliner JA, und weiteren JA-Vertretern bestätigt. Der AfD-Bundesvorstand beschloss außerdem die Gründung einer neuen, enger an die Partei gebundenen Jugendorganisation.

Die Entscheidung zur Auflösung der JA kam nicht ohne Grund. Die Organisation war vom Verfassungsschutz als „gesichert extremistisch“ eingestuft worden, was zu ernsthaften Bedenken führte, dass das Bundesinnenministerium ein Verbot nach dem Vereinsrecht anstreben könnte. Um dem vorzubeugen, setzte sich der JA-Vorsitzende Hannes Gnauck aktiv für die Auflösung ein. Die neue Jugendorganisation soll ein rechtlich unselbstständiger Teil der AfD werden, wobei eine Mitgliedschaft in der Partei künftig Voraussetzung für den Zugang zur Jugendorganisation ist, mit Ausnahme von Jugendlichen unter 16 Jahren.

Änderungen der Satzung und zukünftige Ausrichtung

Mit der Auflösung der JA wird auch die Satzung der AfD zum 1. April 2025 geändert. Der Name „Junge Alternative“ wird aus der Satzung gestrichen, auch wenn eine Wiederannahme des Namens möglich bleibt. Alle AfD-Mitglieder unter 36 Jahren sind eingeladen, an einem Gründungskongress teilzunehmen, um ein neues Statut und einen neuen Namen für die Jugendorganisation festzulegen. Der Bundesvorstand schlägt den Namen „Patriotische Jugend“ vor.

Die neue Jugendorganisation wird zudem unter strengerer Kontrolle des Bundesvorstands stehen. Anders als in der vorherigen Satzung, in der die JA eine Satzungs-, Programm-, Finanz- und Personalautonomie genoss, wird das neue Jugendstatut der Organisation die Genehmigung des Bundesvorstands benötigen. Darüber hinaus müssen zukünftige Mitglieder der Jugendorganisation AfD-Mitglieder sein, wobei Jugendliche unter 16 Jahren die Satzung und Grundsätze der AfD anerkennen und sich der Schiedsgerichtsbarkeit der Partei unterwerfen müssen.

Proteste und gesellschaftlicher Widerstand

Der Bundeskongress in Apolda fand nicht ohne Widerstand statt. Eine Online-Petition gegen die Vermietung der Stadthalle an die JA erreichte über 94.000 Unterzeichner. Die Proteste vor dem Kongress zeigen, dass die Jugendorganisation auf breit gefächerte Ablehnung in der Gesellschaft stößt. Die AfD versucht, ihre Inhalte und Strukturen stärker zu kontrollieren und damit möglicherweise Risiken zu minimieren, die sich aus den extremistischen Einschätzungen ergeben.

Diese Entwicklungen stehen im Kontext eines breiteren Spektrums an Jugendorganisationen in Deutschland. Neben parteipolitischen Jugendverbänden gibt es eine Vielzahl von Organisationen, die unterschiedliche Interessen vertreten, darunter etwa die Gewerkschaftsjugenden im DGB oder Gruppen wie Linksjugend [’solid] und Grüne Jugend, die ebenfalls eine wichtige Rolle im politischen Jugendbereich spielen. Die künftige Entwicklung der „Patriotischen Jugend“ bleibt daher nicht nur innerhalb der AfD, sondern auch im politischen Wettbewerb und den gesellschaftlichen Reaktionen von Bedeutung.

Weitere Informationen über die Umstrukturierungen in der AfD und der Jungen Alternative finden sich in den detaillierten Berichten von der Remszeitung und dem MDR. Informationen über weitere Jugendorganisationen in Deutschland sind in der Wikipedia zu finden.