Das Wort „delulu“ hat sich in der deutschen Jugendsprache fest etabliert und wird insbesondere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt. Der Begriff ist eine Abkürzung des englischen Adjektivs „delusional“, was übersetzt „wahnhaft“ bedeutet. In diesem Kontext beschreibt „delulu“ eine Person, die sich stark in etwas hineinsteigert, häufig im Zusammenhang mit Schwärmereien für eine andere Person. Ein typisches Beispiel lautet: „Sei mal nicht so delulu wegen Tim“, was darauf hinweist, dass man nicht zu viel in eine Situation hineininterpretieren sollte. Der Ausdruck wird humorvoll verwendet, kann jedoch auch abfällig sein, insbesondere wenn jemand an Verschwörungstheorien glaubt. Oftmals bezieht sich „delulu“ auch auf einen Zustand, in dem jemand in seiner eigenen Traumwelt lebt und von unrealistischen Gedanken oder Erwartungen geprägt ist.
Die Verwendung des Begriffs ist nicht auf Deutschland beschränkt. Laut 3D Panorama ist „delulu“ auch in der österreichischen Jugendsprache verbreitet. Rund 77% der jungen Leute in Österreich nutzen diesen Ausdruck, um eine gewisse unrealistische Erwartungshaltung in Beziehungen oder ein Mindset zu beschreiben, das stark in Fantasien verankert ist. Der Ursprung des Begriffs wird in der K-Pop-Fangemeinde vermutet, wo Fans seit 2014 ihre Bewunderung für Bands und Sänger in oft übertriebener Weise ausleben. Dabei spielt die Verbreitung über soziale Medien, insbesondere TikTok, eine entscheidende Rolle in der Popularität des Begriffs.
Ausdruck der Generation Z
In der Generation Z wird „delulu“ als Phänomen für falsches Selbstvertrauen und positive Erwartungshaltung interpretiert. Dabei ist die Verwendung des Begriffs nicht nur auf persönliche Beziehungen beschränkt, sondern findet auch in der Popkultur Anwendung, wie zum Beispiel in Musik, Film und Reality-TV. Der Spruch „Staying delulu is the solulu“ verdeutlicht, dass das Verweilen in dieser Traumwelt als eine Art Lösung für Probleme betrachtet wird. Der Begriff hat sich mittlerweile von seinen Wurzeln in der K-Pop-Kultur gelöst und etabliert sich in einer Vielzahl von Online-Gemeinschaften.
Die gemeinsame Nutzung des Begriffs fördert nicht nur den Austausch unter Jugendlichen, sondern spiegelt auch gesellschaftliche Trends wider, die durch soziale Medien verstärkt werden. Kritiker hingegen warnen vor den Risiken, die mit solchen unrealistischen Vorstellungen einhergehen, da diese eine Form der Selbsttäuschung fördern können. Dennoch bleibt „delulu“ ein fester Bestandteil der digitalen Kommunikation und hat seinen Platz in der modernen Jugendsprache gefunden, wie t-online.de berichtet.
Insgesamt zeigt die Entwicklung des Begriffs „delulu“, wie dynamisch und wandelbar Jugendsprache ist. Sie wird nicht nur durch digitale Medien geprägt, sondern auch durch den Einfluss von regionalen Eigenheiten und globalen Trends, die zu sprachlichen Innovationen führen können.