Im April 2025 feiert Red Bull ein bedeutendes Jubiläum: 20 Jahre Engagement im Fußball. Der Einstieg in die Szene begann 2005 mit der Übernahme des SV Austria Salzburg. In den Folgejahren expandierte Red Bull international und investiert mittlerweile fast ein Viertel seines Jahresumsatzes, der 2023 bei 10,55 Milliarden Euro lag, in Marketing, insbesondere im Fußball. Der Konzern kontrolliert derzeit fünf Fußballklubs auf vier Kontinenten.

Eine der jüngsten Entwicklungen in diesem Zusammenhang ist die Berufung von Jürgen Klopp als „Global Head of Soccer“ bei Red Bull ab Januar 2025. Klopp, der eine erfolgreiche Karriere bei Mainz, Dortmund und Liverpool durchlaufen hat, wird nun die internationale Fußballstrategie des Unternehmens leiten. Bei seiner Vorstellung verkörperte Klopp das Red Bull-Motto, indem er eine Dose Red Bull trank und erklärte, er wolle „Menschen Flügel verleihen“.

Fünfteilige Serie über Red Bulls Fußball-Imperium

Am 25. Januar 2025 startet eine fünfteilige Serie des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), die sich intensiv mit dem Red Bull Fußball-Imperium beschäftigt. Die Serie umfasst Interviews mit Verantwortlichen, Fans, Fachleuten und Kritikern des Red-Bull-Modells. Die Themen der einzelnen Teile behandeln:

  • Red Bulls Einstieg in Salzburg
  • Herausforderungen bei der Standortsuche in Fuschl
  • RB Leipzig und die Bundesliga
  • Das Geschäftsmodell von RB
  • Die Auswirkungen von Klopp und Red Bull auf den Fußball

Die Folgen der Serie erscheinen samstags auf RND.de und sonntags im E-Paper des RND. Red Bull verfolgt mit seiner Multi-Club-Ownership Strategie einen wachsenden Trend im internationalen Fußball, der auch von anderen Gruppen wie der City Football Group aus Abu Dhabi, die mittlerweile elf weitere Vereine besitzt, aufgegriffen wird. Laut Prof. Markus Breuer gibt es weltweit 400 bis 500 Clubs unter Multi-Club-Besitz, was die dynamischen Veränderungen, die im Fußball stattfinden, deutlich macht.

Einblicke in die Herausforderungen des Multi-Club-Ownership

Die 50+1-Regel in Deutschland sorgt dafür, dass eine Übernahme von Vereinen nicht ganz ohne weiteres möglich ist. Dennoch gibt es Grauzonen, die Red Bull erfolgreich bei RB Leipzig ausnutzt. Im Kontext der Champions League darf RB Salzburg nicht als Red Bull auftreten, da die strukturellen Verflechtungen mit RB Leipzig aufgelöst wurden. Dies hat zur Folge, dass in den letzten zehn Jahren 18 Spieler von Salzburg nach Leipzig wechselten, was einen Gesamtwert von fast 200 Millionen Euro hatte, ohne dass es Hinweise auf mögliche Manipulationen bei den Spielen zwischen diesen Clubs gab.

Multi-Club-Ownership birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Während Investorengruppen wie Red Bull die Möglichkeit bieten, Talente zu entwickeln und die wirtschaftliche Sicherheit zu erhöhen, können sie auch Relegationsrisiken mit sich bringen und mögliche Fanproteste auslösen. In der Premier League gehört bereits die Hälfte der Klubs zu Multi-Club-Systemen, was die Zukunft dieses Modells im internationalen Spitzenfußball unterstreicht. Experten wie Henning Zülch betonen jedoch die Notwendigkeit einer klaren Regulierung dieser Strukturen.

Die neuesten Entwicklungen im Bereich des Multi-Club-Ownership zeigen die Komplexität der globalen Fußballlandschaft. Angesichts der wachsenden Anzahl an Clubs, die Teil eines solchen Systems sind, wird es zunehmend wichtig, die Rahmenbedingungen zu betrachten und gegebenenfalls anzupassen. Dies ist umso relevanter, da UEFA-Vorsitzender Aleksander Ceferin bereits die Möglichkeit einer Überarbeitung der Regeln für Multi-Club-Eigentümer in Erwägung zieht, um potenzielle Interessenkonflikte zu vermeiden.

Für Jürgen Klopp und Red Bull bedeutet dies eine neue Herausforderung und gleichzeitig eine Chance, einen nachhaltigen Einfluss auf den weltweiten Fußball auszuüben.

Weitere Informationen finden Sie in den Berichten von Remszeitung, Sportschau und ESPN.