Die wirtschaftliche Lage in Sachsen verschlechtert sich weiterhin alarmierend. Laut aktuellen Statistiken sind die Unternehmensinsolvenzen auf ein neues Hoch angestiegen. Im vergangenen Jahr meldeten 867 Firmen Insolvenz an, was einem Anstieg von fast 14 Prozent im Vergleich zu 747 Insolvenzen im Jahr 2022 entspricht. Folge dessen sind 6.387 Beschäftigte betroffen, was ebenfalls einen Anstieg im Vergleich zu 5.486 im Vorjahr darstellt, wie saechsische.de berichtet.

Die ausgesprochene Warnung der IHK zu Leipzig ist unmissverständlich: „Wir steuern auf eine düstere Zukunft zu“, so Hauptgeschäftsführer Fabian Magerl. Sachsen wird somit in das dritte Rezessionsjahr in Folge eintreten. Gründe hierfür sind unter anderem die schlechten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, hohe Arbeits- und Energiekosten sowie fehlende Planungssicherheit, die die Unternehmen massiv belasten. Auch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und die Rückzahlungsverpflichtungen der Corona-Hilfen tragen zur prekären Lage bei.

Branchen im Fokus

Besonders betroffen von den Insolvenzen sind mehrere Branchen. So meldeten im Berichtsjahr 275 Unternehmen aus dem Handel, Verkehr und Gastgewerbe Insolvenz an, gefolgt von 257 Verfahren im Bereich der Unternehmensdienstleistungen und 237 Insolvenzen im produzierenden Gewerbe. In anderen Sektoren wie den öffentlichen und privaten Dienstleistungen waren lediglich 93 Fälle und in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei sogar nur 5 Fälle zu verzeichnen.

Laut wirtschaft-in-sachsen.de meldeten zudem einige namhafte Unternehmen Insolvenz an, darunter der Thüringer Autozulieferer AE Group, das Softwarehaus Digades in Zittau sowie das Leipziger Bauunternehmen Gröner Group. Diese Entwicklungen kommen nicht isoliert; auf Bundesebene erlebte die Insolvenzrate mit 11.000 Verfahren im ersten Halbjahr den höchsten Stand seit fast einem Jahrzehnt, was einen Rückgang von fast einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Prognosen und wirtschaftliche Unsicherheiten

Die Prognosen für die Zukunft deuten auf einen weiteren Anstieg der Insolvenzen in Sachsen hin, sollte sich die gegenwärtige Lage nicht verbessern. Insolvenzverwalter Lucas Flöther erwartet bis zum Jahr 2024 deutschlandweit etwa 22.000 Insolvenzen. Besonders betroffen sind kleine und mittelständische Betriebe mit bis zu 40 Beschäftigten. Aus einer Umfrage des Ifo-Instituts geht hervor, dass der Anteil der deutschen Unternehmen, die um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten, im Oktober gestiegen ist.

Die Schwierigkeiten sind jedoch nicht nur auf die großen Unternehmen beschränkt. Auch Start-ups haben mit Zahlungsproblemen zu kämpfen, da Investoren ihr Geld zusammenhalten. Bis Ende Oktober 2023 wird ein Anstieg der Insolvenz von Start-ups in Deutschland auf 279 erwartet, was einer Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In Städten wie Leipzig und Dresden zeigt sich allerdings ein etwas stabileres Bild, da Gründer versuchen, Ausgaben zu reduzieren und weiterhin wachsen.

Insgesamt bleibt die Situation in Sachsen angespannt. Die Sorge vor weiteren Insolvenzwellen wächst, und viele Unternehmen stehen unter Druck, ihre Solvenz aufrechtzuerhalten. Eine detaillierte Übersicht zu Insolvenzen finden Sie auch auf destatis.de.