Ein 23-jähriger Mann wird ab dem 2. April in Berlin vor Gericht stehen. Er wird beschuldigt, in der Silvesternacht eine Rakete in eine Wohnung in Neukölln geschossen zu haben. Der Vorfall sorgte für breite Empörung und wirft Fragen zu den Gefahren von Mutproben und dem Einfluss von sozialen Medien auf Jugendliche und junge Erwachsene auf. [rbb24] berichtet, dass der Feuerwerkskörper durch ein Fenster flog und im Inneren eines Zimmers explodierte, wobei er ein Bett und die Tapete beschädigte. Der Wohnungsinhaber konnte durch schnelles Handeln ein Übergreifen des Feuers verhindern. Glücklicherweise gab es keine Verletzten.

Der Influencer, der nach den Angaben seiner Verhaftung am 4. Januar am Flughafen BER festgenommen wurde, befindet sich seitdem wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft und hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert. Seine Videoaufnahme, in der er die Rakete zündet und auf das Mehrfamilienhaus richtet, wurde vor der Löschung mehr als sechs Millionen Mal aufgerufen. [zdf] berichtet, dass er sich nach dem Vorfall bei den Betroffenen entschuldigte, allerdings äußerte er Unverständnis über die Ermittlungen gegen ihn.

Rechtliche Konsequenzen

Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn Anklage wegen versuchter schwerer Brandstiftung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung erhoben. Für die ersten beiden Delikte droht ihm eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr beziehungsweise sechs Monaten. Sachbeschädigung kann mit einer Geldstrafe geahndet werden. Der Beschuldigte, der laut [zdf] aus dem Westjordanland stammt und keinen Wohnsitz in Deutschland hat, wird vorgeworfen, die Rakete absichtlich in die Wohnung geschossen zu haben, was als rücksichtslos und gefährlich angesehen wird.

Der Fall wirft auch ein Schlaglicht auf die Gefahren von Mutproben, die in sozialen Medien häufig propagiert werden, oft in einem Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Studien zeigen, dass soziale Medien eine zentrale Rolle im Alltag junger Menschen spielen. Die Untersuchung „JIM 2022“ stellte fest, dass 95% der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren täglich das Internet nutzen. Beliebte Plattformen sind unter anderem Instagram und TikTok, die auch für die Verbreitung von gefährlichen Herausforderungen verantwortlich sein können. [bpb] hebt hervor, dass motorische Herausforderungen, wie sie in diesem Fall zu sehen sind, oft einen hohen Druck erzeugen, dem Jugendliche ausgesetzt sind.

Insgesamt ist die Verantwortung nicht nur auf den Entwickler des fraglichen Inhalts beschränkt, sondern umfasst auch Eltern, Schulen und die Betreiber von sozialen Medien, die eine Schlüsselrolle in der Medienkompetenz und dem Schutz junger Menschen spielen. Umso wichtiger sind Aufklärung und Gespräche über den richtigen Umgang mit solchen Plattformen und deren Inhalten.