Die Bundestagswahl am 24. Februar 2025 hat in Deutschland für bemerkenswerte Ergebnisse gesorgt. Insbesondere die Wahlbeteiligung fiel erhöht aus, sowohl auf Bundesebene als auch im Rhein-Sieg-Kreis, und war höher als in den vergangenen Jahren. Die hohen Aufrufe zur Wahl scheinen Wirkung gezeigt zu haben, da viele Bürger ihr Wahlrecht nutzten. Diese Wahl wird als historisch bedeutend angesehen und hat die politische Landschaft in einem Maße zersplittert, das zahlreiche Stimmen an kleine Parteien gingen, wie ksta.de berichtet.
Die CDU ging als stärkste Kraft im Rhein-Sieg-Kreis hervor und erreichte 33,4 Prozent der Stimmen in den Wahlkreisen 96 und 97. Dies ist ein erstaunlicher Erfolg, obwohl die Partei im bundesweiten Vergleich teils erheblichen Verlusten ausgesetzt war, wie etwa in Rheinland-Pfalz. Hier wurde die CDU zur stärksten Kraft mit 30,6 Prozent, während die SPD auf 18,6 Prozent abrutschte. Die AfD hingegen verzeichnete einen enormen Zulauf: Sie konnte ihr Ergebnis im Vergleich zur Wahl 2021 fast verdoppeln und erreichte 20,1 Prozent. Besonders bemerkenswert ist, dass 24 Prozent der Wähler in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen für die AfD stimmten, was auf einen erheblichen Wechsel im Wählerverhalten hindeutet, wie swr.de anmerkt.
Veränderte Wählerstruktur
Die hohen Zahlen für die AfD stellen gleichzeitig eine Herausforderung für die Gesellschaft dar. Trotz eines Zuwachses für die CDU und die Grünen, die in Rhein-Sieg bessere Ergebnisse als auf Bundesebene erzielten, zeigt der Zugewinn der AfD, dass es weitreichende gesellschaftliche Herausforderungen gibt. Die SPD verdrängte die AfD immerhin auf den dritten Platz, indem sie 17,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinte. Die Abgeordneten, darunter Norbert Röttgen, Elisabeth Winkelmeier-Becker und Sebastian Hartmann, stehen nun vor schwierigen Zeiten, insbesondere angesichts der gesamtgesellschaftlichen Polarisierung.
Die Altersstruktur der Wähler ist ebenfalls von Bedeutung. Während die CDU bei Wählern über 60 Jahren stark blieb mit 38 Prozent, hinterlässt die geringere Unterstützung für AfD (14 Prozent) und Linke (3 Prozent) in dieser Altersgruppe einen interessanten Kontrast. Bei Männern stimmten 22 Prozent für die AfD, während nur 18 Prozent der Frauen dies taten. Zugleich sind die höhen Bildungsklassen, vor allem bei hochgebildeten Wählern, weniger anfällig für die AfD, was angibt, dass politische Bildung weiterhin eine Rolle spiegelt.
Wahlbeteiligung und politische Kultur
Die Wahlbeteiligung in Deutschland lag bei 83,1 Prozent, was einem Anstieg im Vergleich zu vorherigen Wahlen entspricht. Obgleich die Wahlbeteiligung im internationalen Vergleich relativ hoch ist, wird sie für deutsche Verhältnisse oftmals als niedrig angesehen. Die Diskussion um die Gründe für die Abnahme der Wahlbeteiligung seit 1949 zeigt ein komplexes Bild: Während einige den Rückgang als Delegitimierung des politischen Systems deuten, interpretieren andere die Zunahme an Nichtwählern und Protestwählern als Zeichen für ein politisches Desinteresse, das nicht pauschalisiert werden kann, wie bpb.de darstellt.
Dieser Trend lässt sich möglicherweise auch auf die politischen Individualisierungsprozesse zurückführen, die gegenwärtig in der Gesellschaft stattfinden. Es bleibt abzuwarten, welche politischen Konsequenzen sich aus dieser Wahl ergeben könnten, insbesondere mit einer zunehmend zersplitterten Wählerschaft, die nicht nur die Parteienlandschaft herausfordert, sondern auch die zukünftige politische Kultur prägt.