Die Stadtwerke Aalen haben bekannt gegeben, dass die Eröffnung des Freibads im neuen Hirschbachbad nicht wie ursprünglich geplant für Mai oder Juni 2025 stattfinden kann. Stattdessen wird die Eröffnung auf die Saison 2026 verschoben. Dies wurde bei einer Sitzung des Gemeinderats deutlich, in der mehrere Mitglieder ihre Bedenken bezüglich der Bauarbeiten und der finanziellen Aspekte äußerten. Der Hallenbadbereich soll jedoch wie erwartet 2025 in Betrieb gehen.

Ursprünglich war ein Kostenrahmen von 58 Millionen Euro für das Bauprojekt vorgesehen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen gibt es jedoch erhebliche Zweifel, ob diese Summe eingehalten werden kann. Erste Schätzungen sprechen von einem möglichen Anstieg auf bis zu 70 Millionen Euro. Dies ist nicht ungewöhnlich, denn eine Studie der Hertie School of Governance hat gezeigt, dass die durchschnittliche Kostenüberschreitung bei öffentlichen Großprojekten in Deutschland bei 73 Prozent liegt, was die Sorgen um das Aalen-Projekt verstärkt.

Gemeinderatsreaktionen

Thomas Wagenblast von der CDU zeigt Verständnis für die Verzögerungen, sieht aber Chancen, die Außenanlagen besser zu gestalten. Sandra Bretzger von den Grünen führt die aktuellen Verzögerungen auf den Ukraine-Krieg und allgemeine Preissteigerungen zurück und betont die Notwendigkeit einer ordentlichen Ausführung. Hermann Schludi (SPD) beschreibt Verzögerungen als unvermeidlich bei komplexen Bauprojekten und appelliert, den Endpreis so niedrig wie möglich zu halten.

Claus Albrecht von den Freien Wählern äußert, dass die Freude über das Projekt überwiege, hält den Kostenrahmen jedoch für unrealistisch. Andreas Lachnit von der AfD kritisiert die mangelnde Ehrlichkeit in der Kommunikation bezüglich Kosten und Zeitplänen. Norbert Rehm (Aktive Bürger) zeigt sich skeptisch und erwartet sogar Kosten über 70 Millionen Euro. Agnes Mayerle von den Linken bedauert die Verzögerung und verlangt Erklärungen für die möglichen Kostenüberschreitungen. Seren Yilmaz von Vision Aalen hebt hervor, dass Qualität Vorrang vor Eile haben sollte, um künftige Kostensteigerungen zu vermeiden. Bernd Sontheimer von FDP Plus prognostiziert ebenfalls anstehende Kostensteigerungen, zeigt sich aber dennoch positiv über das zukünftige Bad.

Fortschritte am Kombibad

Obwohl es bezüglich des Freibads Verzögerungen gibt, sind die Bauarbeiten für das Kombibad im Hirschbach terminlich im Plan. Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik haben sich kürzlich vor Ort ein Bild von den Fortschritten gemacht. Die Startblöcke des 50-Meter-Wettkampfbeckens sind bereits montiert, und große Zelte schützen die Baustelle vor Wettereinflüssen, sodass die Fliesenarbeiten im Innenbereich fortgesetzt werden können. Auch das Kinderbecken ist bereits fertiggestellt.

Architektonisch geplant sind flexible, barrierefreie Umkleidemöglichkeiten auf der Wiese, während die Rampe für Menschen mit Behinderungen eine Breite von 1,80 Metern aufweist. Die Badehalle wird mehrere Angebote umfassen, darunter ein Freizeitbecken, einen Kinderbereich, eine Wasserrutsche, ein 25-Meter-Becken sowie ein Springerbecken mit drei Sprunghöhen. Zudem sind ein Mehrzweckbecken und ein Saunabereich mit zwei Schwitzkabinen und einem Dampfbad in das Konzept integriert. Oberbürgermeister Frederick Brütting zeigte sich bei einem Besuch der Baustelle beeindruckt von den Fortschritten.

Die Maßnahmen zeigen, dass trotz der Herausforderungen im Bereich der Fertigstellung und der Finanzierung der Stadt Aalen ein großes Augenmerk auf die Qualität und die Fertigstellung des Projekts gelegt wird, um den Bürgern ein modernes und attraktives Freizeitangebot zu bieten.