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Sozialer Wohnungsmangel: Fulda kämpft mit knappen Sozialwohnungen

In Fulda sinkt der Anteil an Sozialwohnungen deutlich

Eine Wohnung zu finden, stellt für viele Menschen bereits eine große Herausforderung dar. Geringverdiener haben in der Regel Anspruch auf eine Sozialwohnung, doch in der Realität fehlen allein in Hessen 81.000 dieser günstigen Wohnungen. Wie ist die Situation in der Region Fulda?

Nach einer Studie des Pestel-Forschungsinstituts Hannover aus dem Jahr 2022 fehlten deutschlandweit 910.000 Sozialwohnungen. Hessen zählt zu den Bundesländern mit einem hohen Defizit an solchen staatlich regulierten Wohnungen.

Im Vergleich zu den vorhandenen 1,088 Millionen Sozialwohnungen bundesweit, erhält nur etwa jeder zehnte Berechtigte in Fulda tatsächlich Zugang zu einer Sozialwohnung. Die Gesamtzahl an Sozialwohnungen in Deutschland sank kontinuierlich von fast vier Millionen in der alten Bundesrepublik auf rund 1,13 Millionen im Jahr 2020 aufgrund auslaufender staatlicher Mietregulierungen.

Caroline Helsinger, die Vorsitzende des Mieterbunds Fulda, bemängelt die zu komplizierte und bürokratische Weg zur Förderung von Sozialwohnungen. Sowohl auf bundesweiter als auch hessischer Ebene ist der Bestand an Sozialwohnungen „deutlich unzureichend“.

Die Stadt Fulda verfügte zum Stichtag 1. Januar 2024 über 1596 Sozialwohnungen, die größtenteils von Wohnungsbaugesellschaften wie Wohnstadt, dem GSW, dem Siedlungswerk Fulda, der GWH und dem Fuldaer Spar- und Bauverein vermietet werden.

Der Anteil an Sozialwohnungen in Fulda beträgt statistisch gesehen etwa 4,6 Prozent, bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 2,06 Personen in Hessen. Im Vergleich dazu beträgt der Anteil an Sozialwohnungen in ganz Hessen lediglich 2,7 Prozent.

Um den Wohnungsbestand zu erweitern, plant die Stadt Fulda die Errichtung von rund 150 Wohnungen im Waidesgrund, von denen knapp 30 Prozent Sozialwohnungen sein werden. Weitere 23 Sozialwohnungen werden derzeit im Waidesgrund und in den Zeppelingärten von verschiedenen Baugesellschaften gebaut.

Doch trotz der Bemühungen reichen die Maßnahmen der Stadt Fulda nicht aus, um den Bedarf an neuen Sozialwohnungen zu decken. Laut dem Bündnis „Soziales Wohnen“ können nur etwa zehn Prozent der Anspruchsberechtigten tatsächlich eine Sozialwohnung finden.

Helena Skugor, Pressesprecherin der GWH, betont die Notwendigkeit, mehr Sozialwohnungen zu bauen. Die schwache Konjunktur im Baugewerbe aufgrund gestiegener Zinsen, hoher Rohstoff- und Energiepreise sowie Baulandknappheit stellt jedoch eine Herausforderung dar.

Die Wohnungspolitik trägt laut Skugor eine Verantwortung, öffentliche Investitionen in den Bau von Sozialwohnungen zu erhöhen. In Fulda und Umgebung wird dies besonders deutlich, da wirtschaftliche Rahmenbedingungen dazu führen, dass energetische Sanierungen von bestehenden Sozialwohnungen gegenüber Neubauten priorisiert werden.

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Mit einem Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist der freie Redakteur und Journalist Martin Schneider ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft.
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