In Gudensberg wird die Gründung eines Kinder- und Jugendbeirates angestrebt. Der entsprechende Antrag wurde von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung eingebracht und fand einstimmige Zustimmung. Im Zuge dessen wurde der Magistrat beauftragt, die Beendigung der bestehenden Jugendkommission und die Einrichtung des neuen Beirates zu prüfen. Ziel dieser Initiative ist es, die Situation von Kindern und Jugendlichen in der Kommune nachhaltig zu verbessern.

Der geplante Beirat soll Kindern ab zehn Jahren die Möglichkeit geben, an öffentlichen Sitzungen teilzunehmen und aktiver in politische Prozesse einzubringen. Bürgermeisterin Sina Massow unterstützt die Idee und hebt die Wünsche der Schüler hervor. Kinder- und Jugendbeiräte sind in zahlreichen Kommunalverfassungen als demokratische Beratungsorgane fest verankert. Wahlberechtigt und wählbar sind Jugendliche im Alter von zehn bis zwanzig Jahren.

Einbindung von Jugendlichen in die Politik

Anja Weber von der FWG betonte die dringende Notwendigkeit, Jugendliche in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Schon in der Sozialraumkonferenz des Schwalm-Eder-Kreises wurde das Thema behandelt. Meist agieren solche Beiräte beratend, ohne Entscheidungsbefugnisse zu haben. Hans-Erhard Grüttner von der CDU stimmte dem Antrag zu, äußerte jedoch Bedenken bezüglich der politischen Bildung. Julian Brand von der SPD sieht die Notwendigkeit, die Bedürfnisse der Jugendlichen besser zu erfassen, während die SPD skeptisch bleibt, die Jugendkommission während der aktuellen Legislaturperiode aufzulösen. Unterstützung für die Gründung des Jugendbeirates kommt auch von Meinhard Leidheiser von der Bürgerliste, der eine bessere Vertretung der Jugendlichen fordert.

Die Bedeutung der kommunalen Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen wird auch in einem umfassenden Kontext deutlich. In Deutschland haben die Kommunen als direktes Lebensumfeld dieser Altersgruppe eine besondere Verantwortung. Die Beteiligung wird seit über 30 Jahren von verschiedenen Organisationen, darunter Stiftungen und die Bundesregierung, gefördert, wie die Webseite der Jugendbeteiligung dokumentiert. Es gibt jedoch erhebliche Unterschiede in der Beteiligung zwischen den Bundesländern und innerhalb der Kommunen. Die Formen der Teilhabe variieren von Kinder- und Jugendparlamenten bis hin zu Beiräten und Foren.

Erfolgreiche Partizipation erfordert klare Strukturen sowie die Berücksichtigung der Themen, die für Kinder und Jugendliche von Bedeutung sind. Barrierefreie Zugänge und transparente Auswahlprozesse sind entscheidend für eine effektive Beteiligung, um eine breite Vertretung aller Jugendlichen, insbesondere sozial benachteiligter Gruppen, sicherzustellen.

Detailinformationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln von HNA und Jugendbeteiligung.