Hessen

S-Pedelecs auf Radwegen – Chancen und Risiken

Neue Studie untersucht Nutzung von Radschnellverbindung durch Speed-Pedelecs

Die Diskussion um die Nutzung von „S-Pedelecs“ auf Radwegen gewinnt an Fahrt, da Befürworter argumentieren, dass diese Elektrofahrräder mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h eher dem durchschnittlichen Tempo von Rennrädern entsprechen. Diese Fahrzeuge könnten somit eine attraktive Alternative zum Auto auf längeren Strecken im Alltag darstellen. Trotz dieser Vorteile gilt es jedoch die Verkehrssicherheit zu berücksichtigen, insbesondere aufgrund der starken Geschwindigkeitsunterschiede zwischen langsameren Radfahrern und den Nutzern von „S-Pedelecs“.

Bisher waren „S-Pedelecs“ nur auf der Fahrbahn erlaubt, da ihr hohes Geschwindigkeitspotenzial sie den Krafträdern zuordnet. Dies führte zu einem geringen Marktanteil von unter 1% an allen verkauften Fahrrädern, da die Nutzung auf Radwegen untersagt ist. Selbst außerhalb von Stadtgebieten müssen „S-Pedelecs“ auf Landstraßen mit dem motorisierten Verkehr auf der Fahrbahn fahren, selbst wenn dort Radwege vorhanden sind. Dies erschwert ihre Attraktivität als umweltfreundliche Fortbewegungsmöglichkeit.

Um die Auswirkungen einer möglichen Freigabe von „S-Pedelecs“ auf Radwegen zu untersuchen, werden umfassende Verkehrsstudien durchgeführt. Vor Ort werden Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, und es werden Beobachtungen zur Verkehrssicherheit angestellt. Zusätzlich werden Vor-Ort-Befragungen und Interviews durchgeführt, um ein umfassendes Bild der Situation zu erhalten. Erste Ergebnisse aus diesen wissenschaftlichen Untersuchungen zum Verkehrsversuch werden voraussichtlich im Frühjahr 2025 vorliegen.

Sowohl das Ministerium als auch das Regierungspräsidium behalten sich das Recht vor, den Verkehrsversuch vorzeitig zu beenden, falls die Verkehrssicherheit gefährdet sein sollte. Die Entscheidung über die Freigabe von „S-Pedelecs“ auf Radwegen wird somit von den Ergebnissen dieser umfangreichen Studien und Versuche abhängen.

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Lebt in Brandenburg und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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