Das Semesterabschlusskonzert des Universitätsorchesters der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) findet am 25. Januar 2025 um 19.30 Uhr in der Kongresshalle Gießen statt. Unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Stefan Ottersbach erwartet die Zuhörer ein abwechslungsreiches Programm, das mehrere emotionale und musikalische Highlights umfasst.
Das Konzert eröffnet mit der „Hamlet-Ouvertüre“ von Niels Wilhelm Gade, die die Emotionalität von Shakespeares tragischem Werk in zwölf Minuten darstellt. Es folgt das „Konzert für Marimba, Vibraphon und Orchester“ des Komponisten Darius Milhaud, der aus vielfältigen musikalischen Einflüssen schöpfte, einschließlich Eindrücken aus Brasilien, wo er 1917 als Sekretär des französischen Botschafters tätig war. Die Solistin des Abends ist die talentierte Schlagzeugerin Emilia Feil.
Vielfältige Kompositionen im Programm
Das Programm setzt sich weiterhin mit Lili Boulangers „D’un soir triste“ fort, ein Stück, das zwischen 1917 und 1918 entstand und die innere Welt der todkranken Komponistin reflektiert. Boulanger, die 1918 im Alter von nur 24 Jahren starb, hatte großen Einfluss auf die „Groupe de six“, eine bedeutende Gruppe französischer Komponisten. Das Konzert wird schließlich von der Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“ von Peter Tschaikowski abgeschlossen, die eine umfassende Palette an Emotionen dieser berühmten Liebestragödie spiegelt.
Karten für das Konzert sind erhältlich über das Haus der Karten (Kreuzplatz 6, Gießen) oder online im Webshop des Stadttheaters. Die Ticketpreise betragen 14 Euro, ermäßigt 7 Euro für Schülerinnen, Schüler und Studierende. Es werden auch Restkarten an der Abendkasse verfügbar sein.
Darius Milhaud und sein musikalisches Erbe
Darius Milhaud gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er lässt in seinen Werken oft brasilianische Klänge und Einflüsse einfließen, die er während seiner Reisen in das Land erlebte. Seine Erfahrungen in Brasilien führten zur Schaffung von Werken wie „Saudades do Brasil“ und dem erfolgreichen Ballett „Le boeuf sur le toit“, das unter dem Einfluss brasilianischer populärer Musik entstand. Milhaud erlangte in den 1920er Jahren große Bekanntheit, auch für die erste Integration von Jazz in die klassische Musik mit seinem Werk „La création du monde“ von 1923.
Trotz gesundheitlicher Einschränkungen, die ihn über drei Jahrzehnte an den Rollstuhl fesselten, blieb Milhaud ein produktiver Komponist und Lehrer. Er schuf während seiner Karriere nahezu 450 Werke und wurde für seine unerschütterliche Arbeitsweise, unbeeindruckt von Ablenkungen, bekannt. 1940 musste er aufgrund der nationalsozialistischen Bedrohung aus Frankreich fliehen und verbrachte diese Zeit in den USA, wo er eine Lehrstelle am Mills College erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Paris zurück und wurde Professor für Komposition am Pariser Konservatorium.
Milhauds musikalisches Schaffen zeichnet sich durch eine einzigartigen Stil aus, der polytonale Elemente und einen Mix aus lateinischen sowie expressionistischen Klängen umfasst. Seine außergewöhnliche Fähigkeit, unter widrigen Umständen Musik zu schaffen, und sein Einfluss auf diverse Musikrichtungen sorgen bis heute für großen Respekt und Bewunderung unter Musikern und Zuhörern.
Für weitere Informationen zu Darius Milhaud und seiner beeindruckenden Karriere können Interessierte die Seiten von Hyperion Records und BMOP besuchen.