Hessen

Fiskalerbschaften in Hessen: Was passiert mit heruntergekommenen Immobilien?

Hessens ungewöhnliche Erbschaften: Handgranaten, Frachtschiff und mehr

Land Hessen wird mit ungewöhnlichen Gegenständen wie Handgranaten, Säurefässern, Booten und sogar einem Frachtschiff konfrontiert, wenn Erben das Erbe ablehnen oder keine Erben ermittelt werden können. Diese Fiskalerbschaften stellen eine Vielzahl von rechtlichen und praktischen Herausforderungen dar, wie Laura Kulisch von der zuständigen Oberfinanzdirektion in Frankfurt am Main erklärt.

Neben Immobilien übernimmt das Land auch Nachlässe von Menschen, die zum Zeitpunkt ihres Ablebens noch berufstätig waren, was die Abwicklung von Praxen, Firmen und Gewerbetrieben sowie offene Rechnungen und nicht abbezahlte Kredite einschließt. Diese Entwicklung ist teilweise auf die alternde Gesellschaft und die Verschuldung von Privathaushalten zurückzuführen, was zu einem Anstieg der Fiskalerbschaften bundesweit führt.

Im Jahr 2023 verzeichnete Hessen fast 900 Fiskalerbschaften, die zu einem Erlös von etwa 2,9 Millionen Euro aus öffentlichen Versteigerungen führten. Trotz Ausgaben von rund 2,3 Millionen Euro für Gläubiger und Verwaltung erzielte das Land einen Überschuss von über 600.000 Euro, der zur Deckung sonstiger Personalkosten bei staatlichen Erbschaften verwendet wurde. Die Oberfinanzdirektion hatte zum Jahresende 3333 laufende Aktenvorgänge zu bearbeiten, was die Verpflichtung des Landes als Fiskuserbe unterstreicht, die Erbschaften schnellstmöglich wirtschaftlich zu verwerten.

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Lebt in Brandenburg und ist seit vielen Jahren freier Redakteur für Tageszeitungen und Magazine im DACH-Raum.
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