In der Palästinensischen Autonomiebehörde häufen sich die Berichte über eine dramatische Eskalation der Gewalt. Die israelischen Streitkräfte haben heute das Flüchtlingslager Jenin angegriffen und mehrere palästinensische Häuser abgerissen. Diese Offensive ist seit dem 21. Januar im Gange und stellt die erste Zerstörung von Wohnblocks in Jenin seit 2002 dar, wie der Gouverneur Kamal Abu al-Rub bestätigt. Laut Al Jazeera dauern die Angriffe an, während Explosionen im Lager gehört werden und Zivilgebäude abgerissen werden.

Die Belagerung des Jenin Governmental Hospital wird fortgesetzt, wobei der Hauptzugang und die Hauptstraße abgerissen wurden. fast 90 % der Bevölkerung des Flüchtlingslagers wurden vertrieben und viele suchen nun Zuflucht in 39 Dörfern und Städten im Jenin-Gouvernement. Die israelischen Streitkräfte haben auch Gebiete in Ramallah gestürmt, wo zwei Palästinenser während einer Brotausgabe in der Altstadt von Hebron festgenommen wurden.

Operation „Iron Wall“

Zusätzlich zu den Ereignissen in Jenin entwickelt sich die Offensive, die von den israelischen Streitkräften als „Operation Iron Wall“ bezeichnet wird, als eine umfassende militärische Aktion im Westjordanland. Berichten zufolge zielt diese Operation darauf ab, „Terroristen und Terrorinfrastruktur“ zu eliminieren. Die israelische Armee hat mehr als 10 mutmaßliche Terroristen getötet und etwa 20 Verdächtige festgenommen, wie CNN berichtet.

Ein lokaler Einwohner, Mousa Al-Sharaa, beschrieb die Szenen der Evakuierung, in denen Bewohner ihre Besitztümer durch schlammige Wege bringen. Dabei berichteten einige Bewohner von Drohnen, die sie zur Flucht über Lautsprecher aufforderten. Die IDF behauptet, sie habe keine Zwangsevakuierungen durchgeführt, sondern ermögliche eine organisierte Evakuierung während bestimmter Stunden.

Wachsende internationale Besorgnis

Die Gewalt im Westjordanland hat auch internationale Besorgnis ausgelöst. Menschenrechtsgruppen äußern Besorgnis über die „rechtswidrige tödliche Gewalt“ in Jenin und warnen, dass flüchtende Zivilisten im Kreuzfeuer gefangen werden könnten. Nach Angaben eines UNHCR-Sprechers sind seit Beginn der Offensive mindestens 12 Menschen getötet und 40 verletzt worden, viele davon unbewaffnete Zivilisten.

Die Offensive ist Teil einer größeren Strategie, mit der Israel reagiert auf den Anstieg militärischer Aktivitäten nach dem Überfall der Hamas auf Israel im Oktober 2023. In diesem Überfall wurden fast 1100 Israelis und 71 Ausländer getötet. Dies markiert eine der größten militärischen Operationen der israelischen Armee im Westjordanland seit Monaten, wie Süddeutsche Zeitung berichtet.

In der Region ist eine steigende Anzahl von Übergriffen durch jüdische Siedler auf Palästinenser zu verzeichnen. Diese Angriffe werden häufig als Selbstjustiz betrachtet. Während das israelische Militär weitere Gewalt gegen militante Gruppen im Westjordanland verstärkt, bleibt die Situation angespannt und die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung sind verheerend.