Am heutigen 2. März 2025 hat die Bürgerschaftswahl in Hamburg stattgefunden. Die ersten Hochrechnungen zeigen einen vorläufigen Sieg der SPD, deren Spitzenkandidat Peter Tschentscher den Wahlsieg mit den Worten feierte: „Wir sind mit Abstand vor den anderen Parteien“. Trotz eines Rückgangs im Vergleich zur letzten Wahl vor fünf Jahren ist die SPD weiterhin die stärkste Kraft und könnte, wie Tschentscher äußerte, die Rot-Grün-Koalition fortsetzen. Der genaue Auszählungsprozess beginnt am Montag um 11 Uhr, wobei bereits jetzt hohe Wahlbeteiligungszahlen vermeldet werden.
Bis 16 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 66,8%, was einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu 2020 darstellt, als die Wahlbeteiligung nur 57% betrug. Bereits um 14 Uhr waren 54,5% der Wahlberechtigten an die Urne gegangen. Bürgermeister Tschentscher hatte vor der Wahl optimistisch erklärt, dass er mit einem besseren Abschneiden der SPD rechne als bei der vorangegangenen Bundestagswahl, die erst eine Woche zuvor stattfand.
Reaktionen auf den Wahlausgang
Der CDU-Spitzenkandidat Dennis Thering bot der SPD eine „starke Koalition“ an, auch wenn er zuvor eine Koalition mit den Grünen ausgeschlossen hatte. Tschentscher priorisiert dennoch die Fortführung der Rot-Grün-Koalition, sieht jedoch auch die CDU als mögliche Partnerin für zukünftige Gespräche. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann forderte zusammen mit Thering Koalitionsgespräche mit der SPD.
Die Grünen landeten hinter der CDU auf dem dritten Platz. Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank äußerte sich erleichtert über die Prognosen trotz der Verluste und sprach sich ebenfalls für die Fortsetzung der Rot-Grün-Koalition aus. Die Linke erzielte in Hamburg ein historisch starkes Ergebnis und erreichte erstmals eine zweistellige Zahl, was von Linken-Chef Jan van Aken als „Comeback“ bezeichnet wurde.
Während die AfD, die ebenfalls nicht die Erwartungen erfüllte, vom Co-Chef Tino Chrupalla als zufriedenstellend bewertet wurde, stellt Tschentscher fest, dass die SPD nicht von links oder rechts überholt wurde. Der Bundeskanzler Olaf Scholz gratulierte Tschentscher via Onlinedienst X zu diesem Erfolg.
Wahlbeteiligung und Ausblick
Die hohe Wahlbeteiligung in Hamburg könnte als Vorstoß in die Richtung einer aktiven politischen Teilhabe gedeutet werden, während bundesweit die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl am vorhergehenden Sonntag mit 82,5% einen Höchstwert seit fast 40 Jahren erreichte. Laut der ZDF ist dieser Anstieg auf die Polarisierung des Wahlkampfs und bestehende Krisen zurückzuführen.
Die Bürger demonstrieren damit ein waches Interesse an politischen Entwicklungen und ziehen offenbar Lehren aus vergangenen Wahlen. Dies wird auch von Tagesschau bestätigt, wo es heißt, dass die Wahlergebnisse für die SPD sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene ein positives Signal senden könnten. Die endgültigen Ergebniszahlen werden noch am Montag erwartet, die erste Hochrechnung des ZDF wird um 19 Uhr veröffentlicht.