Die Evangelisch-lutherische Gesamtkirchengemeinde An der Hamme hat ein innovatives Projekt ins Leben gerufen, das Singen, Rappen sowie die kreative Gestaltung von Collagen, Skulpturen und Plakaten umfasst. Dieses Projekt wurde im Rahmen des RESONANZEN Konzeptpreises für Musikvermittlung mit einem der drei Siegespreise ausgezeichnet, wie Weser Kurier berichtet. Der Wettbewerb, der mit 10.000 Euro dotiert ist und seit 2024 vergeben wird, zielt darauf ab, kirchliche Musikvermittlung kreativ zu fördern und die musikalische Vielfalt in den Gemeinden erlebbar zu machen.
Das beeindruckende Konzept wurde von der Musikerin Malin Kumkar sowie ihren Geschwistern Jorunn und Jarmo entwickelt. Kumkar, die einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover hat, möchte Musik für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich machen, einschließlich Menschen mit Hörbeeinträchtigung. Kirchenkreiskantorin Caroline Schneider-Kuhn hebt die identitätsstiftende Bedeutung des Projekts hervor, insbesondere nach der Fusion der Ortskirchen in der Region.
Ziele und Angebot des Projekts
Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, positive Impulse für den Zusammenwachsensprozess der neuen Gesamtgemeinde zu geben. Alle Bewohner sind zur Teilnahme eingeladen, ohne Mindestanforderungen oder kreative Grenzen. Die Teilnehmer können in verschiedenen Formaten aktiv werden, die nicht nur musikalische Fragmente umfassen, sondern auch die Übersetzung von Musik in bildende Kunst. Informationen dazu sind auf der Webseite www.kircheanderhamme.de verfügbar.
Am 22. Juni findet das Projektfinale statt, welches einen Gottesdienst in der St.-Willehadi-Kirche sowie eine Radtour durch die verschiedenen Ortschaften umfasst. Caroline Schneider-Kuhn hat dafür einen speziellen Kanon komponiert, während der Liedtext von Iana Söder stammt. Die Teilnahme am Projekt ist kostenlos und Anmeldungen sind ebenfalls über die Webseite von St. Willehadi möglich.
Wettbewerb und Auszeichnungen
Der RESONANZEN Konzeptpreis wurde erstmals im Jahr 2024 ausgelobt, um kreative Auseinandersetzungen mit Kirchenmusik zu fördern. In diesem Jahr wurden neben dem Projekt aus Osterholz auch innovative Initiativen aus Bramsche (St. Martin) und Northeim (St. Sixti) ausgezeichnet, die auf ähnliche Weise Musikvermittlungsprojekte realisieren. Bewerbungen kamen aus weitreichenden Regionen, darunter Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Hessen.
Die Bedeutung der Musikvermittlung wird zunehmend auch im kirchlichen Bereich erkannt. Initiativen und Programme, die seit 2009 überregionale Fortbildungen anbieten, zeigen, wie wichtig die Vernetzung in diesem Bereich ist. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover hat bereits Stellen für Kirchenmusikvermittlung geschaffen, um die Teilhabe aller am kulturellen Erbe der Kirchenmusik sicherzustellen, wie Vision Kirchenmusik und Vision Kirchenmusik II verdeutlichen.
Insgesamt geht es bei diesen Projekten darum, die zeitgemäße Weiterentwicklung und Erweiterung des regionalen Kulturprogramms voranzutreiben und neue Zielgruppen anzusprechen. Durch die Zusammenarbeit von Profis und Laien sollen die Musikvermittlungsprojekte an drei Orten in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers erfolgreich realisiert werden.