Am vergangenen Sonntag stürmte die Polizei in Hamburg das Zuhause des populären YouTubers Trymacs, nachdem ein Anruf mit falschen Informationen über eine körperliche Auseinandersetzung eingegangen war. Der Vorfall ereignete sich in der Hafencity, wo Spezialkräfte der Polizei zum Einsatz kamen, um die vermeintliche Bedrohung zu überprüfen. Bei ihrer Ankunft stellte die Polizei jedoch fest, dass keinerlei Gefahr für Leben oder Gesundheit vorlag. Trymacs, der auf YouTube über 2,4 Millionen Abonnenten hat, streamte das Geschehen live auf seinem Kanal.
Die genauen Umstände des Anrufs, der zu diesem massiven Polizeieinsatz führte, bleiben unklar. Ermittlungen laufen, um festzustellen, ob der Anruf von Trymacs selbst oder von einer anderen Person getätigt wurde. Die Polizei hat zudem eine Untersuchung gegen Unbekannt wegen Missbrauchs des Notrufs eingeleitet. Eine Unterstützungsstreife für erschwerte Einsatzlagen (USE) war ebenfalls an dem Einsatz beteiligt.
Swatting: Ein wachsendes Problem
Experten beobachten eine alarmierende Zunahme von sogenannten „Swatting“-Fällen, bei denen unschuldige Personen Ziel von Polizeieinsätzen werden, die durch falsche Notrufe ausgelöst werden. In diesem Jahr wurden bereits 68 solcher Straftaten gegen Streamer dokumentiert, allerdings ist die Dunkelziffer unbekannt. Laut Berichten der Deutschlandfunk belaufen sich die Kosten für Einsätze aufgrund registrierter Fälle auf mindestens 1,5 Millionen Euro.
Das Bundeskriminalamt (BKA) betrachtet „Swatting“ als Missbrauch von Notrufen. Betroffen sind dabei nicht nur Privatpersonen wie Streamer, sondern auch Politiker, Unternehmen, Vereine und Schulen. Der Begriff stammt ursprünglich aus den USA und beschreibt den Einsatz schwer bewaffneter Spezialeinheiten, den sogenannten SWAT-Teams, bei entsprechenden Einsätzen. Oftmals benötigen die Opfer aufgrund der traumatischen Erlebnisse psychotherapeutische Betreuung.
Herausforderung für die Behörden
In einer vergangenen Woche führte das BKA eine großangelegte Razzia gegen eine Gruppe durch, die verdächtigt wird, Swatting-Vorfälle organisiert zu haben. Die Polizei rät Opfern und vor allem Streamern, persönliche Daten im Internet nicht offenzulegen, da Täter auch auf illegale Abfragen bei Polizei und Einwohnermeldeämtern zurückgreifen. Die steigende Anzahl solcher Fälle führt zu einem erheblichen Druck auf die Behörden, die Alarmbereitschaft und die Einsatzkräfte zu managen.