Hamburg

Geheimnis gelüftet: Die dunklen Masken des Commerzbank-Überfalls in Hamburg-Billstedt

Friseur-Tratsch führt zu Polizeiermittlungen in Hamburg

In einem dunklen Hauseingang in Hamburg-Billstedt ereignete sich ein spektakulärer Überfall auf einen Geldtransporter der Commerzbank. Drei maskierte Räuber warteten geduldig, bis zwei Geldboten mit einer Sackkarre auftauchten, um dann unvermittelt zuzuschlagen: „Hände hoch! Das ist ein Überfall! Geld her!“, schrien die Täter, während sie Reizgas versprühten und sich 182.000 Euro sowie einen scharfen Revolver aneigneten.

Diese Raubaktion im Morgengrauen am Silvester 2022 hielt die Polizei lange im Dunkeln, bis im Januar 2024 endlich zwei Verdächtige, Asmir C. (24) und Alican G. (20), festgenommen wurden. Beide mussten sich wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Während den Angeklagten hohe Haftstrafen drohen, bleibt die Frage nach ihrer tatsächlichen Schuld weiterhin im Raum.

Der Überfall und die folgenden Ermittlungen werfen auch Fragen auf, warum die Räuber nicht alle Geldkassetten mitgenommen haben. Ein leerer Behälter, der für Geldeinzahlungen im Automaten vorgesehen war, blieb unberührt. Der Geldtransporter von Prosegur ist bekannt dafür, seine Routen und Zeiten ständig zu variieren, um mögliche Überfälle zu verhindern. Nur die Commerzbank-Filiale in Hamburg-Billstedt wird regelmäßig als erste angesteuert, angetrieben durch die Nähe zum Billstedt-Center.

Klatsch und Tratsch als entscheidender Hinweis

Unerwartet führte der entscheidende Hinweis auf die Täter nicht von der Kriminalpolizei, sondern vom Klatsch im Friseur-Salon. Dort sollen sich die Räuber so deutlich über ihren Beutezug ausgetauscht haben, dass Fahnder auf sie aufmerksam wurden. Durch die Auswertung von sozialen Netzwerken und den Ermittlungen nach den Festnahmen kamen weitere 6000 Dateien von Snapchat-Accounts ans Licht. Instagram-Daten sind noch nicht abschließend ausgewertet.

Im Gerichtssaal schwiegen die Angeklagten beharrlich, vermutlich in Kenntnis weiterer Ermittlungen. Der Prozess begann aus rechtlichen Gründen frühzeitig, da ein Verdächtiger nach sechs Monaten U-Haft ohne Verfahren gute Chancen auf eine vorzeitige Entlassung hätte.

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Mit einem Portfolio, das mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung umfasst, ist der freie Redakteur und Journalist Martin Schneider ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft.
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