Am 5. März 2025 ruft die Gewerkschaft Verdi zu umfassenden Arbeitsniederlegungen in Frauenberufen des öffentlichen Dienstes in Nordrhein-Westfalen auf. Hauptziel dieser Aktion ist, mehr Lohngerechtigkeit für Frauen zu erreichen. Am bevorstehenden Aktionstag „Equal Pay Day“ sollen die anhaltenden Entgeltungleichheiten zwischen Frauen und Männern besonders ins Licht gerückt werden.
Die Warnstreiks betreffen vor allem die Bereiche Kinderbetreuung, Pflege und soziale Einrichtungen. Zu den beteiligten Städten gehören unter anderem Ruhrgebietsstädte, Köln, Bonn, Leverkusen, Westfalen, Münsterland und Südwestfalen.

Die Vize-Vorsitzende von Verdi, Christine Behle, hebt hervor, dass viele Frauen im öffentlichen Dienst unter Doppelt- und Dreifachbelastungen leiden. Überall dort, wo Frauen arbeiten, sind sie großenteils in prekären und schlecht bezahlten Positionen zu finden. Das Motto der geplanten Kundgebung in Dortmund lautet: „Die Welt steht still, wenn wir die Arbeit niederlegen.“ In Köln wird mit mehreren Tausend Teilnehmern bei einer großen Kundgebung gerechnet, wobei auch Demonstrationen in Essen, Duisburg und Gütersloh geplant sind.

Hintergrund der Streiks

Diese Warnstreiks sind Teil eines größeren Rahmens von Tarifverhandlungen, die seit etwa vier Wochen andauern. Die aktuellen Tarifverhandlungen für über 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen starteten am 18. Februar ohne ein entsprechendes Angebot von Arbeitgeberseite. Verdi fordert eine Entgelterhöhung von 8 Prozent oder mindestens 350 Euro mehr pro Monat sowie eine Erhöhung von Zuschlägen für belastende Arbeitszeiten. Die Arbeitgeber haben diese Forderungen jedoch als nicht finanzierbar zurückgewiesen.

Der Gender-Pay-Gap in Deutschland betrug 2024 noch immer 16 Prozent, was auf signifikante Lohnunterschiede hinweist. Während die unbereinigte Differenz alle Berufs- und Karrierelevels berücksichtigt, zeigt der bereinigte Gender-Pay-Gap, dass trotz vergleichbarer Eigenschaften Frauen immer noch benachteiligt werden. This disparity in pay highlights a larger systemic issue, which Verdi mit den aktuellen Streiks thematisiert.

Auswirkungen und weitere Schritte

Bereits in der Vergangenheit hatten ähnliche Warnstreiks zu Schließungen von Kitas, Bürgerbüros sowie Beeinträchtigungen im öffentlichen Verkehr und der Müllabfuhr geführt. Ein Warnstreik in Gesundheitseinrichtungen ist zudem am Donnerstag geplant. Die dritte Tarifgesprächsrunde, die erörtern soll, wie die Missstände behoben werden können, findet am 14. März in Potsdam statt. Eine Fortsetzung der Streiks wird auch in Zukunft nicht ausgeschlossen.

Die Situation in den sozialen Berufen ist angespannt. Eine Verdi-Arbeitszeitbefragung ergab, dass unattraktive Arbeitsbedingungen und schwierige Arbeitszeiten Hauptgründe für unbesetzte Stellen sind. In der Pflege leiden 79,1% der Beschäftigten unter unbesetzten Stellen, während in der Sozialarbeit 63,9% dieser Problematik ausgesetzt sind. Zudem gibt es eine hohe Zahl an Beschäftigten, die aufgrund der belastenden Bedingungen nicht bis zum Rentenalter in ihrem Beruf bleiben können. In der Pflege sind dies 82,8%, in der Sozialarbeit 63,9% und in Kitas sogar 86,2%.

Verdi stellt somit nicht nur die Frage nach mehr Gerechtigkeit und besseren Arbeitsbedingungen, sondern auch die nach langfristiger Attraktivität der Berufe, die größtenteils von Frauen ausgeübt werden. Die kommende Woche verspricht spannende Entwicklungen, die die Zukunft des öffentlichen Dienstes in Deutschland wesentlich beeinflussen könnten.