In Aschaffenburg ereignete sich vor kurzem ein tragischer Messerangriff, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Ein 28-jähriger Mann, Enamullah O., wurde als Verdächtiger identifiziert. Die Taten geschahen unvermittelt und zielgerichtet, wobei ein zweijähriger Junge marokkanischer Herkunft sowie ein 41-jähriger Mann, der sich schützend vor eine Gruppe von Kindern stellte, getötet wurden. Ein zwei Jahre altes Mädchen aus Syrien und ein 72-jähriger Deutscher erlitten schwere Verletzungen und mussten ins Krankenhaus gebracht werden, befinden sich jedoch nicht in Lebensgefahr. Eine 59-jährige Erzieherin zog sich bei der Flucht einen Armbruch zu. PNP berichtet, dass die genauen Hintergründe der Attacke noch unklar sind.

Der Verdächtige wurde 24 Stunden nach dem Vorfall noch nicht offiziell vernommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg ist ein Dolmetscher für die bevorstehende Vernehmung eingeplant. Der Mann soll am Nachmittag einer Ermittlungsrichterin am Amtsgericht vorgeführt werden, die darüber entscheiden wird, ob er in Untersuchungshaft kommt oder in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen wird. Diese Entscheidung ist entscheidend für die mögliche Schuldunfähigkeit zur Tatzeit und ob ein Unterbringungsbefehl oder Haftbefehl beantragt werden müsste.

Details zum Verdächtigen

Enamullah O. stammt aus Afghanistan und war ausreisepflichtig, nachdem er im November 2022 nach Deutschland eingereist war und einen Asylantrag gestellt hatte. Im Dezember 2022 erklärte er, freiwillig ausreisen zu wollen und sich beim afghanischen Generalkonsulat um die notwendigen Papiere zu kümmern. Dennoch verblieb er in Deutschland und war weiterhin in psychiatrischer Behandlung. Laut T-Online wurde er mehrfach wegen Gewalttaten in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen und dort behandelt, bevor er wieder entlassen wurde.

Im Dezember 2023 ordnete das Amtsgericht zudem eine gesetzliche Betreuung durch eine gerichtlich bestellte Betreuerin an. Die Umstände, unter denen Enamullah O. aus der psychiatrischen Behandlung entlassen wurde, bleiben jedoch unklar. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat bereits eine Überprüfung der Maßstäbe für die Unterbringung psychisch Kranker angekündigt, um sicherzustellen, dass solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden können.

Psychische Gesundheit im Fokus

Die Vorfälle werfen ein kritisches Licht auf die Unterstützung von psychisch kranken Menschen. Ein Bericht des Robert Koch-Instituts befasst sich mit der psychischen Gesundheit und dem Umgang mit Betroffenen. Es wird betont, wie wichtig präventive Maßnahmen und eine angemessene Betreuung sind, um solche Gewalttaten zu verhindern {RKI}.

Psychologische Betreuung wurde auch für die Kinder und Angehörigen der betroffenen Kindergarten-Gruppe in Aschaffenburg bereitgestellt, um mit den traumatischen Erlebnissen zu arbeiten und deren emotionalen Zustand zu unterstützen.