Am 3. April 2025 laufen die Vorbereitungen für einen bedeutenden Castor-Transport von hochradioaktiven Atomabfällen aus Niedersachsen nach Bayern. Insgesamt sieben Castor-Behälter sollen bis zum Ziel, dem Zwischenlager in Niederaichbach im Landkreis Landshut, gebracht werden. Der genaue Zeitablauf sowie die Route des Transportes werden aus Sicherheitsgründen geheim gehalten, um mögliche Proteste zu vermeiden. Die PNP berichtet, dass ein weiterer Behälter am Mittwochvormittag im Hafen in Nordenham auf einen Waggon umgeladen wurde, nachdem das Spezialschiff „Pacific Grebe“ am Montagmorgen dort angelegt hatte.

Zur Sicherheit des Transports wird das Hafengelände von der Polizei überwacht. Atomkraft-Gegner haben in den letzten Tagen bereits mehrere Kundgebungen und Mahnwachen abgehalten, um gegen den bevorstehenden Transport zu protestieren. Sie sind alarmiert über die wiederholte und verlängerte Lagerung nuklearer Abfälle und fordern eine ehrliche Debatte über die Sicherheit und das Management von Atommüll. Berichten zufolge, fordert der bayerische Grünen-Politiker Martin Stümpfig einen besseren Schutz für Zwischenlager und eine schnellere Standortsuche für ein endgültiges Atommülllager.

Sicherheitsvorkehrungen und Proteste

Der Transport selbst wird durch eine Vielzahl von Sicherheitskräften abgesichert. Beamte der Bundespolizei, Bundesbereitschaftspolizei und Landespolizei sind im Einsatz, um die Sicherheit während des Zugtransports zu gewährleisten, der aus mehreren Lokomotiven und Personenwagen mit Polizisten besteht. Auch die Reiterstaffel aus Berlin wird während des Transports eingesetzt. Zudem ist es nicht auszuschließen, dass die friedlichen Proteste im Landkreis Landshut in Form kleinerer Versammlungen stattfinden könnten. Der Landkreis ist jedoch an Atomkraft gewöhnt, da dort bereits 88 Castor-Behälter lagern.Die BBU (Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz) hat zu Protesten aufgerufen und kritisiert den Transport scharf.

Deutschland ist völkerrechtlich verpflichtet, die Atomabfälle aus der Wiederaufbereitung im britischen Sellafield zurückzunehmen. Diese Verpflichtung besteht zwischen der Bundesrepublik und den deutschen Kraftwerksbetreibern. Neben den sieben Behältern, die nach Niederaichbach transportiert werden, müssen noch sieben weitere aus der Aufarbeitungsanlage in Sellafield zurück nach Deutschland geholt werden, die derzeit im schleswig-holsteinischen Brokdorf zwischengelagert sind. Die PNP merkt an, dass die Zwischenlager ursprünglich für eine Nutzung von 40 Jahren ausgelegt waren, jedoch nun aufgrund der fehlenden Endlagerung perspektivisch für 80 bis 100 Jahre genutzt werden könnten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat dabei den Ausbau der Kernenergie gefordert, ohne jedoch konkrete Vorschläge zur Atommülllagerung zu unterbreiten. Diese ungelöste Problematik bleibt ein Brennpunkt in der öffentlichen Debatte über die Zukunft der deutschen Energiepolitik und die sichere Lagerung radioaktiver Abfälle. Die aktuellen Transporte werfen wiederholt die Fragen nach der Sicherheit und der Verantwortung im Umgang mit Atommüll auf.

Quellen

Referenz 1
www.pnp.de
Referenz 3
www.br.de
Quellen gesamt
Web: 11Social: 186Foren: 27