Auf der Social-Media-Plattform TikTok verbreitet sich ein besorgniserregender Trend: die sogenannte „Paracetamol-Challenge“. Bei dieser gefährlichen Herausforderung werden Kinder und Jugendliche dazu aufgefordert, extrem hohe Dosen des weit verbreiteten Schmerzmittels Paracetamol einzunehmen und ihre Erfahrungen zu dokumentieren. Der Verband Pharma Deutschland warnt eindringlich vor den schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen dieser Challenge, da die Überdosierung von Paracetamol zu irreversiblen Leberschäden oder sogar zum Tod führen kann. Bereits das Beispiel der 13-jährigen Annabell aus Hessen, die 2022 im Zuge einer anderen gefährlichen Challenge, der Blackout-Challenge, starb, zeigt die Risiken solcher Mutproben deutlich auf. Ihre Mutter appelliert an andere Jugendliche, diesen gefährlichen Trends zu widerstehen und stattdessen auf ihre Gesundheit zu achten, berichtet die Freie Presse.

Die „Paracetamol-Challenge“ hat ihren Ursprung in den USA und breitet sich mittlerweile auch in Belgien und der Schweiz aus. Das belgische Antigiftzentrum sowie die Schweizer Gesundheitsbehörden schlagen Alarm und fordern Apotheken auf, besonders wachsam zu sein, wenn Jugendliche Paracetamol erwerben möchten. Eine Überdosierung des Medikaments kann zunächst mit unspezifischen Symptomen einhergehen, die erst 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme auftreten. Zu diesen Symptomen zählen Bauchschmerzen, Übelkeit und Koordinationsprobleme, bis hin zu Gelbsucht und Bewusstseinsstörungen, wie die Südtirol News berichtet.

Die Rolle von sozialen Medien

Jugendliche sind besonders anfällig für solche Trends, da sie sich in einer Phase der Identitätsfindung befinden und den Wunsch nach Anerkennung und Zustimmung verspüren. Soziale Medien spielen dabei eine zentrale Rolle: Likes und Kommentare aktivieren ein Belohnungssystem, das in der Pubertät besonders stark ausgeprägt ist. Diese Dynamik kann dazu führen, dass Jugendliche Risiken, wie die Einnahme hoher Dosen von Medikamenten, nicht richtig einschätzen. In mehreren Entitäten, darunter die Gesundheitsbehörden der Kantone Freiburg, Jura und Waadt in der Schweiz, wird deshalb eine verstärkte Sensibilisierung gefordert, die auch eine Erhöhung der Wachsamkeit beim Verkauf von Paracetamol umfasst, so die SRF.

Die Herausforderungen, die über soziale Medien verbreitet werden, sind kein neues Phänomen. Bereits im Sommer 2023 gab es entsprechende Warnungen in mehreren europäischen Ländern. Dennoch bleibt die Notwendigkeit zur Aufklärung über die Gefahren solcher Challenges aktuell. Es ist wichtig, dass Eltern mit ihren Kindern im Gespräch bleiben und eine Vertrauensbasis schaffen, um über diese Themen offen zu diskutieren. Schulische Programme zur Medienkompetenz sollen Jugendlichen helfen, solche Herausforderungen kritisch zu hinterfragen und sicher mit sozialen Medien umzugehen.