Am Donnerstag, den 20. März, findet an der Volkshochschule Gröbenzell ein Vortrag mit der promovierten Friedens- und Konfliktforscherin Julika Bake statt. Im Rahmen der Veranstaltung, die um 19.30 Uhr beginnt, wird Bake das Thema „Frieden schaffen“ behandeln. Ihr Vortrag ist Teil einer begleitenden Ausstellung, die Aktivisten portraitiert. Die Süddeutsche berichtet, dass Bake mehrere Thesen aus theoretischer Perspektive präsentieren wird, die sich auf die Unterscheidung zwischen positivem und negativem Frieden stützen.

Johan Galtung, der als Gründungsvater der Friedens- und Konfliktforschung gilt, differenziert zwischen diesen beiden Begriffen. Negativer Frieden beschreibt die Abwesenheit direkter Gewalt, während strukturelle Konfliktursachen weiterhin bestehen. Positiver Frieden hingegen erfordert Gerechtigkeit, soziale Gleichheit und ein Ende politischer Unterdrückung. Dies wird am Beispiel des Nahostkonflikts deutlich: Waffenruhen schaffen keinen dauerhaften Frieden, solange die politischen Lösungen fehlen. Bake hebt hervor, dass vollständiger Frieden unwahrscheinlich sei, da Menschen unterschiedliche Bedürfnisse und Werte haben.

Theoretische Perspektiven und Herausforderungen

Der Vortrag von Julika Bake thematisiert auch, wie Konflikte Teil des sozialen Zusammenlebens sind und nicht einfach unterdrückt werden sollten. Es wird darauf hingewiesen, dass Gewalt zwar kurzfristige Stabilität bringen kann, jedoch keinen nachhaltigen Frieden garantiert. Im Kontext seiner Forschung hat Galtung eine eigene Heuristik zur Analyse von Konflikten entwickelt, die verschiedene Disziplinen kombiniert, um die strukturellen Ursachen von Gewalt zu verstehen. Frage.de ergänzt, dass positiver Frieden aktiv auf Harmonie und Zusammenarbeit abzielt.

Bake ermutigt die Einzelnen, sich aktiv für Frieden zu engagieren, indem sie in ihrer Gemeinschaft tätig werden, benachteiligte Menschen unterstützen und sich für Bildung einsetzen. Gesellschaftlicher Wandel sei das Ergebnis des Zusammenspiels zwischen Individuum und Politik. Die aktuelle Herausforderung für den Frieden liege in der Unsicherheit über internationale Verhandlungen und deren Verbindlichkeit. In Deutschland gebe es oft das Missverständnis, dass es allein um den Willen gehe, Frieden zu schaffen, während Aushandlungsprozesse entscheidend seien.

Das Erbe Johan Galtungs

Johan Galtung wurde am 24. Oktober 1930 in Oslo geboren und gilt als zentrale Figur der Friedensforschung. Er gründete 1959 das erste Friedensforschungsinstitut Europas, PRIO, und rief 1964 das Journal of Peace Research ins Leben. Galtung erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit, darunter den Right Livelihood Award im Jahr 1987. Sein Ansatz zur Forschung und Konfliktbewältigung hat das Verständnis von Frieden entscheidend geprägt.

Galtung entwickelte auch die Theorie der Strukturellen Gewalt und war in über 100 Konflikten weltweit als Mediator tätig. Er setzte sich für eine Demokratisierung der Vereinten Nationen ein und hat in seiner Karriere mehr als 1500 wissenschaftliche Artikel sowie 140 Bücher veröffentlicht. Diese umfassende Arbeit beeinflusst bis heute das Denken über Konflikt und Frieden. Die Wikipedia hebt hervor, dass Galtungs Ansätze weiterhin relevant sind, auch wenn sie in der heutigen Zeit kritisch beleuchtet werden müssen.