Die Eröffnung des „Dokumentationszentrums Nationalsozialismus“ (DZNS) in Freiburg steht unmittelbar bevor und wird am 21. März 2025 stattfinden. Dieses Ereignis markiert einen bedeutenden Schritt in der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Stadt. Die Entscheidung zur Errichtung des Zentrums folgt fast zwei Jahrzehnten intensiver Diskussionen. Nur wenige Städte in Deutschland verfügen über ein eigenes Museum zur Aufarbeitung der NS-Geschichte, was die Bedeutung dieses Projekts unterstreicht. Die Stadt Freiburg hat das Vorhaben mit 14 Millionen Euro finanziert und wird damit ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen setzen.
Das DZNS befindet sich im ehemaligen Verkehrsamt, dem Rotteckhaus, und wird über eine Dauerausstellung, Sonderausstellungsflächen, Seminarräume sowie einen Gedenkraum im Innenhof verfügen. Die wissenschaftliche Leiterin Julia Wolrab hebt hervor, dass das Zentrum sowohl der Geschichtsaufklärung als auch der Demokratieerziehung dient. Zudem thematisiert die Ausstellung Freiburgs Entwicklung in der Weimarer Republik, die Etablierung der Diktatur von 1933 bis 1938, den Zweiten Weltkrieg und die Folgen des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart.
Ein bedeutender Gedenkort
Ein zentrales Element des DZNS wird der Gedenkraum für 1048 Freiburger Opfer des Nationalsozialismus sein. Dieser Raum soll den Betroffenen der nationalsozialistischen Verfolgung einen angemessenen Erinnerungsort bieten. Wolrab weist darauf hin, dass der Einfluss der katholischen Zentrumspartei erheblich zum Erfolg der Nationalsozialisten in Freiburg beigetragen hat. Besonders prägnant bleibt der Hinweis, dass der NSDAP-Oberbürgermeister Franz Kerber und der badische Gauleiter Robert Wagner die Arisierung in Freiburg schneller umsetzten als in vielen anderen Städten.
Die Eröffnung des Zentrums wird von einem umfangreichen Programm begleitet. Vom 21. bis 23. März 2025 können Besucher an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen. Diese umfassen unter anderem Führungen mit StOLPERSTEINEN, Vorträge, Workshops für Jugendliche und Filmvorführungen. Besonders hervorzuheben ist das Interesse an den Veranstaltungen, da viele bereits ausgebucht sind.
Ein Netzwerk von Erinnerungsorten
Das DZNS ist nicht nur eine Außenstelle des Augustinermuseums, das die Stadtgeschichte Freiburgs präsentiert, sondern auch Teil eines größeren Netzwerks von Gedenkstätten und Erinnerungsorten in Deutschland. Laut der Datenbank „Erinnerungsorte“ der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es rund 450 solcher Einrichtungen. Diese Orte stehen als Mahnmale für die Opfer der NS-Zeit, an denen an Menschen erinnert wird, die während des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Die vorhandenen Gedenkstätten, die sich oft an den Orten des Geschehens befinden, sind von großer Bedeutung für die historisch-politische Bildungsarbeit und unterstützen neue Ansätze für das Gedenken.
Das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus wird somit nicht nur als Museum fungieren, sondern auch als ein Ort, der zum Nachdenken und zur politischen Bildung anregen soll. Es ist Teil einer kontinuierlichen Bemühung, die Vergangenheit aufzuarbeiten und die Lehren aus der Geschichte in die Gegenwart zu transportieren.
Für weitere Informationen zur Eröffnung und den Veranstaltungen im DZNS empfiehlt es sich, die Seiten von FAZ, Freiburg Museen und Verortungen zu besuchen.