Am 11. Februar 2025 ist ein besonderer Tag für die Wissenschaft. Anlässlich des Internationalen Tags der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft, der zum zehnten Mal gefeiert wird, rückt die Rolle von Frauen in MINT-Disziplinen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) in den Mittelpunkt. Die Veranstaltung, die 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, Erfolge von Frauen sichtbar zu machen und Mädchen zu inspirieren, sich für technische Studiengänge zu begeistern. Dr. Mareen Derda, Prodekanin für Gleichstellung, Studium und Lehre an der TU Berlin, erläutert die Bedeutung dieser Initiative und das Engagement für die Förderung des weiblichen Wissenschaftsnachwuchses.

Die Relevanz des Aktionstags ist nicht zu unterschätzen. Angesichts der Unterrepräsentation von Frauen in vielen Forschungsbereichen ist es wichtiger denn je, strukturelle Barrieren und die bestehende Gender Gap abzubauen. Studien zeigen, dass vielfältige Teams zu besseren Forschungsergebnissen führen, sodass der Aktionstag nicht nur eine Tribute ist, sondern auch als Reminder für notwendige Maßnahmen fungiert. Um der aktuellen MINT-Fachkräftelücke, die im September 2024 etwa 209.200 Stellen in Deutschland betraf, entgegenzuwirken, ist es entscheidend, die Chancengleichheit zu fördern und gezielt Frauen für technische Studiengänge zu gewinnen.

Maßnahmen zur Förderung der Genderparität

Die TU Berlin hat sich intensiv für Genderparität engagiert. Hierzu zählen Schulprojekte wie das Nachwuchslabor INGenius und verschiedene Girls Day-Initiativen, die jüngere Generationen ansprechen. Zudem wird ein Gleichstellungsfonds bereitgestellt, um Fachgebiete bei der Umsetzung von Gleichstellungsmaßnahmen zu unterstützen. Die Rekrutierung von Frauen auf haushaltsfinanzierten WM-Dauerstellen wird gezielt gefördert, um eine faire Repräsentanz sicherzustellen. Ein weiteres Highlight ist die Veranstaltung „sisTUrday von Frauen für Frauen*“ am 7. März 2025, die der Unterstützung von Frauen in der Wissenschaft dient.

Die aktuelle Diskrepanz in der akademischen Laufbahn ist alarmierend. Obwohl 46% der Doktorandinnen und 37% der Habilitandinnen Frauen sind, vermindert sich ihr Anteil auf nur 28% bei Professorinnen. Diese „Leaky Pipeline“ verdeutlicht, dass trotz hoher Qualifikation der Frauen in Deutschland strukturelle Hürden bestehen bleiben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, diesen Missständen entgegenzuwirken und Gleichstellung in Hochschulen zu fördern. So wird das Professorinnenprogramm als zentrales Instrument zur Förderung der Gleichstellung betrachtet.

Förderung von Vielfalt in der Wissenschaft

Weitere Maßnahmen des BMBF zur Stärkung der Diversität umfassen Initiativen zur Sichtbarkeit von Frauen in Wissenschaft und Innovation, die von 2022 bis 2024 aktiv unterstützt werden. Zudem ist seit 2022 ein Gleichstellungsplan Voraussetzung für EU-Forschungsförderungen. Der Frauenanteil bei Nobelpreisen ist mit nur 6,7% über die Jahre hinweg ebenfalls erschreckend niedrig. Im MINT-Bereich lag der Frauenanteil bei Studierenden 2022 bei lediglich 32,4%, während bei Patentanmeldungen nur 7,6% von Frauen eingereicht wurden.

Die Initiativen wie der Girls‘ Day zur klischeefreien Berufsorientierung und das Programm „Gender in Forschung und Innovation“ sind Ansätze, um Geschlechteraspekte stärker in Forschungsprozesse zu integrieren. Durch diese Maßnahmen beabsichtigt das BMBF, nicht nur die Chancengleichheit zu erhöhen, sondern auch die Sichtbarkeit und Rolle von Frauen in der Wissenschaft nachhaltig zu verändern. Dieses Engagement ist entscheidend, um die wissenschaftliche Landschaft in Deutschland zukunftsfähig zu gestalten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Für weitere Informationen zu diesem Thema können interessierte Leser die Artikel von TU Berlin, Aristo Group und BMBF besuchen.