In Deutschland ist die Rolle der Frauen in Partnerschaften als Hauptverdienerinnen nach wie vor stark eingeschränkt. Nur 10,3 % der Paare haben eine Frau, die mehr verdient als ihr Partner, während 56,6 % der Paare Männer als hauptsächliche Einkommensquelle haben. Diese bemerkenswerten Zahlen wurden vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht und geben Anlass zur Diskussion über die Einkommensverteilung und Geschlechterrollen in der Gesellschaft. Die Erhebung zeigt, dass sich der Anteil der Frauen in dieser Rolle seit 2021 kaum verändert hat: Er lag im Jahr 2021 bei 10,5 % und ist im Jahr 2024 auf 10,3 % gesunken. FAZ berichtet, dass der Anteil der männlichen Hauptverdiener ebenfalls rückläufig ist und von 58,5 % auf 56,6 % gesunken ist.
Besonders auffällig ist die Situation bei Paaren mit Kindern: Hier liegt der Anteil der Frauen, die als Haupteinkommensperson fungieren, nur bei 7,8 %. In zwei Dritteln dieser Familien sind Männer die Hauptverdiener. Ein Drittel der Paare hat ein ähnliches Einkommen, was die Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern weiter verdeutlicht. Dieser Trend wird von Destatis unterstrichen, wonach in 65,7 % der Fälle der Mann die Haupteinkommensperson in Familien mit Kindern ist.
Einkommensunterschiede und Teilzeitarbeit
Die Probleme, die zu dieser ungleichen Einkommensverteilung führen, sind vielfältig. Mütter arbeiten häufig in Teilzeit, was zu größeren Einkommensunterschieden führt. Ein weiterer essenzieller Punkt ist die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit, wie Experten betonen. Die Direktorin Bettina Kohlrausch vom WSI der Hans-Böckler-Stiftung führt an, dass diese Ungleichheiten auch die Rollenverteilung bei Elternzeit und Erwerbsarbeitszeit zementieren könnten. Die Forderung nach einer Erhöhung des Elterngeldes wurde ebenfalls laut, um eine gleichberechtigtere Betreuung von Kindern zu fördern.
Wie Destatis erklärt, sind auch die Unterscheidungen im Gender Pay Gap von Bedeutung. Dieser beschreibt den Verdienstunterschied pro Stunde zwischen Frauen und Männern. Es gibt zwei Arten: den unbereinigten und den bereinigten Gender Pay Gap. Während der unbereinigte Gender Pay Gap die Differenz zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten von Frauen und Männern zeigt, berücksichtigt der bereinigte Gender Pay Gap Unterschiede, die aufgrund von Beruf, Branche, oder Qualifikation entstehen.
Gesellschaftliche Auswirkungen und Zukunftsperspektiven
Diese Daten wurden vor dem Hintergrund des Internationalen Frauentags am 8. März veröffentlicht und sollen die Relevanz des Themas in den Fokus rücken. Ein zentraler Aspekt, der sich aus der aktuellen Diskussion ergibt, ist die Notwendigkeit des Wandels in den gesellschaftlichen Strukturen. Um die Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt voranzutreiben, sind nicht nur Maßnahmen zur Bekämpfung des Gender Pay Gap erforderlich, sondern auch ein Umdenken über die Verteilung von Anerkennung und Verantwortung in der Gesellschaft.