Am 9. März 2025 befindet sich Europa im Zentrum einer intensiven Diskussion über die zukünftige nukleare Abschreckung. Der Ukraine-Krieg und die geopolitischen Spannungen haben neue Überlegungen über die Rolle Frankreichs und Großbritanniens in der atomaren Verteidigung Deutschlands und Europas angestoßen. Laut Sächsische ist Deutschland aktuell auf den US-Atomschirm angewiesen, da es keine eigenen Atombomben besitzt. Diese Abhängigkeit wirft Fragen zur Zuverlässigkeit der USA als langfristigen Sicherheitsgaranten auf.
Die Bundeswehr verfügt über Tornado-Jets, die in der Lage sind, bis zu 20 thermonukleare B61-Bomben ins Ziel zu fliegen, die im Rahmen der nuklearen Teilhabe von den USA bereitgestellt werden. Deutschland hat zudem F-35-Tarnkappenjets bestellt und profitiert von Zugang zu NATO-nuklearen Planungen. Dies verdeutlicht die Abhängigkeit der Bundesrepublik von amerikanischen Atomwaffen, während Russland mit über 5.580 Atomwaffen die größte Arsenalstärke weltweit aufweist.
Frankreichs Rolle und Bemühungen um europäische Zusammenarbeit
Die französische Atomkraft spielt eine entscheidende Rolle in der Diskussion. Mit rund 290 Atomsprengköpfen ist Frankreich die viertgrößte Atommacht und unterhält eine eigene nukleare Strategie, die unabhängig von der NATO ist. Präsident Emmanuel Macron hat kürzlich vorgeschlagen, europäische Partner in die Übungen der französischen Atomtruppen einzubinden, um die europäische Sicherheitsarchitektur zu stärken. Dies geschah in Reaktion auf Forderungen von Friedrich Merz, der Gespräche mit europäischen Atommächten anregte, wie auf ZDF berichtet wird.
Macron betont dabei, dass die Entscheidung über den Einsatz französischer Atomwaffen in den Händen des französischen Staatschefs bleibt. Möglichkeiten einer Zusammenarbeit könnten auch die stationierung von Atomwaffen in Partnerländern unter strikter französischer Kontrolle beinhalten. Zusätzlich wird die Möglichkeit erörtert, französische Bomber mit Atomwaffen auszustatten und Eurofighter-Jets an Übungen zu beteiligen.
Globale Sicherheitslage und nukleare Strategie
Die besorgniserregende Entwicklung in der globalen Sicherheitslage, insbesondere die Veränderungen in der russischen Nukleardoktrin, fordert verstärkte Maßnahmen zur atomaren Abschreckung. Russland behält sich das Recht vor, Atomwaffen im Falle eines Angriffs einzusetzen. Dies schafft eine besorgniserregende Situation, da die USA und ihre Verbündeten sich vermehrt Gedanken über die Funktionsfähigkeit des nuklearen Schutzschirms machen müssen. Experten und Militäranalysten warnen davor, dass die Abhängigkeit von den USA minimiert werden sollte, um die Kontrolle über eigene Systeme zu gewinnen, während gleichzeitig die Herausforderungen politisch und militärisch angegangen werden müssen, wie Tagesschau hervorhebt.
In diesem Kontext könnte die Diskussion über alternative europäische nukleare Abschreckungsstrategien zur Spaltung der Gesellschaft führen, da Bedenken über eigene Atomwaffen in Deutschland bestehen, die durch den Atomwaffensperrvertrag ausgeschlossen sind. Dennoch wird die Strategiedebatte mit Nachdruck geführt, während Frankreich und Großbritannien ihre Rolle im europäischen Sicherheitsgefüge weiter festigen.