In der Umgebung von München sind nach einer Serie von Brandanschlägen zwei Verdächtige festgenommen worden. Diese Festnahmen erfolgten im Rahmen einer Razzia Ende Februar, wie die Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft München bekannt gaben. Die beiden Männer, die keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben, stehen im Verdacht, an einer Reihe von Brandstiftungen beteiligt zu sein, die möglicherweise einen extremistischen Hintergrund aufweisen. Die Verdächtigen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft, jedoch nicht wegen der Brandstiftungen per se, sondern wegen anderer Delikte, insbesondere wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Laut unbestätigter Informationen sollen sie Deutsche sein.

Die Ermittlungen zeigen, dass die Brandstiftungen seit etwa sechs Jahren andauern und mittlerweile über 40 Fälle umfassen. Unter den Angriffszielen sind nicht nur Funkmasten und Bahnanlagen, sondern auch Einrichtungen der kritischen Infrastruktur. Besondere Aufmerksamkeit erregte der spektakulärste Fall vom Ende Januar 2025, als 23 Polizeifahrzeuge auf dem Gelände der Münchner Polizeihundestaffel in Flammen aufgingen, was einen Schaden von über zwei Millionen Euro verursachte. Ein Brand auf einem Baustellengelände im Oktober 2023 führte zu einem Millionenschaden von einer Million Euro. Der Gesamtschaden aller bisher registrierten Anschläge übersteigt mittlerweile 20 Millionen Euro, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete.

Ermittlungen und Razzien

Im Rahmen der aktuellen Ermittlungen wurden in den vergangenen Wochen insgesamt acht Objekte durchsucht – drei in München, drei in den Landkreisen München, Ebersberg und Fürstenfeldbruck sowie zwei in Österreich. Dabei beschlagnahmten etwa 140 Einsatzkräfte Mobiltelefone, Computer und andere Speichermedien. Die Ermittlungen werden von der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus an der Generalstaatsanwaltschaft München geleitet. Es sind auch weitere Verdächtige identifiziert worden, die zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt wurden.

Die Brandstiftung setzte sich über die letzten Jahre in und um München fort. Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte nach den letzten Vorfällen von „terroristischen Grundzügen“ gesprochen. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen war die Ermittlungseinheit „EG Raute“ gegründet worden, die derzeit aus über 20 Beamten besteht. Diese Tatserie wurde durch eine gezielte Vorgehensweise der Täter charakterisiert, die nur selten Hinweise hinterließen und Überwachungskameras vermieden. Lediglich ein Fußabdruck und ein Bekennerschreiben in einem Einzelfall wurden gesichert.

Extremismus im Fokus

Der rechtsextremistische Extremismus hat in Deutschland zugenommen. Laut dem Bericht des Bundesverfassungsschutzes lebten 2023 etwa 40.600 Menschen mit extremistischen Ansichten im Land, ein Anstieg von 1.800 im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere die Anzahl der rechtsextremistischen Gewalttaten stieg im Jahr 2023 auf 1.148, was einem Anstieg von 13 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Zahlen verdeutlichen die alarmierende Situation und die Notwendigkeit verstärkter Ermittlungsmaßnahmen, um solchen extremistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Die Verfassungsschutz betont, dass Rechtsextremisten Krisen nutzen, um ihre Narrativen zu verbreiten, insbesondere im Kontext von Migration und Asyl.

Die Ermittlungen und die daraus resultierenden Festnahmen sind ein klarer Hinweis darauf, dass die Behörden auch in Zukunft entschlossen gegen Extremismus und Terrorismus vorgehen wollen. Die Entwicklungen in München zeigen, wie ernst die Lage ist und dass eine effektive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Behörden unerlässlich ist, um solche Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.