In Kassel wird derzeit eine umfassende Umfrage zur Verbesserung des Fahrradparkens durchgeführt. Die Umfrage, die bis zum 30. März 2025 auf der Website www.sdgpluslab.de/fahrradparken erreichbar ist, soll ein besseres Verständnis über das Parkverhalten und die Wünsche der Radfahrer in der Stadt und Region fördern. Die Initiative wird von Maik Bock, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter am Fachgebiet Radverkehr und Nahmobilität, koordiniert. Die ersten Ergebnisse dieser Umfrage werden am 4. April 2025 im UNI:Lokal, Wilhelmsstraße 21, vorgestellt. Diese Erkenntnisse fließen auch in ein interdisziplinäres Seminar, das von Prof. Dr. Uwe Altrock und Prof. Dr. Angela Francke geleitet wird und sich mit dem Thema Fahrradparken beschäftigt. Die Universität Kassel betont die Notwendigkeit eines gesamtstädtischen Konzepts, das sicheres Abstellen von Fahrrädern ermöglicht.

Ein zentrales Anliegen ist die qualitative Weiterentwicklung des Fahrradparkens in Kassel. Prof. Dr. Uwe Altrock hebt hervor, dass die Stadt sowohl überdachte als auch gesicherte Fahrradparkhäuser schaffen sollte. Lena Knacker erstellt eine Expertise über bewährte Fahrradparklösungen in Deutschland und Europa, die beispielhaft ein Fahrradparkhaus in Utrecht mit mehreren tausend Stellplätzen und digitalem Leitsystem umfasst. Diese Ergebnisse könnten als Modell für zukünftige Projekte in Kassel dienen.

Staatliche Initiativen zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur

Parallel zu den Bemühungen in Kassel hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr ein neues Förderangebot für Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen ins Leben gerufen. Mit der Bereitstellung von bis zu 110 Millionen Euro bis 2026 soll die Verknüpfung von Radverkehr und öffentlichem Personenverkehr verbessert werden. Bundesminister Volker Wissing unterstreicht, dass es bundesweit an Bahnhöfen bis zu 1,5 Millionen Fahrradabstellplätze fehlen.

Die Förderung umfasst den Bau und die Planung von Fahrradparkhäusern, großen Sammelschließanlagen sowie automatischen Fahrradparktürmen. Zusätzlich werden auch Leerstände im Bahnhofsumfeld, die für die Fahrradabstellung genutzt werden können, gefördert. Kommunen und Verkehrsverbünde können bis zu 75 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten erhalten, finanzschwache Kommunen sogar bis zu 90 Prozent. Dies ist Teil eines umfassenden Ansatzes zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur und ergänzt bereits bestehende Maßnahmen, um die Fahrradnutzung in Deutschland zu erhöhen.

Verknüpfung von Wissenschaft und praktischen Lösungen

Die interdisziplinären Ansätze in Kassel und die bundesweiten Förderinitiativen verdeutlichen, dass die Verbesserung der Fahrrad-Abstellmöglichkeiten ein zentrales Ziel der Stadt- und Verkehrsplanung darstellt. Das Projekt „Fahrräder parken“ an der Universität Kassel ist dabei ein wichtiger Baustein im Rahmen des SDG+ Labs, welches den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fördert. Durch die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischen Lösungen sollen attraktive und sichere Fahrradparkmöglichkeiten geschaffen werden.