Am 12. März 2025 besuchte Hessens Wirtschafts- und Energieminister Kaweh Mansoori die Altstadt von Eschwege, um sich über den Stand der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) zu informieren. Eschwege zeichnet sich durch eine wegweisende KWP aus, die sich durch eine hohe Bürgerbeteiligung auszeichnet. Die Stadtwerke haben begonnen, Nahwärmeleitungen auf dem Nikolaiplatz zu verlegen, um eine zukunftssichere Wärmeversorgung für die Bürger sowie die städtische Wirtschaft zu gewährleisten. Mansoori betonte die Wichtigkeit der lokalen Wärmeplanung im Angesicht steigender Energiekosten und globaler Unsicherheiten.
Im Rahmen der KWP hat Eschwege bereits 2022 mit einer umfangreichen Bestands- und Potenzialanalyse begonnen. Diese wurde 2023 weiter verfeinert, indem die Stadt in Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt wurde. Bürgermeister Alexander Heppe hob hervor, dass die detaillierte KWP mit einer Förderung von 60.000 Euro durch das Land Hessen unterstützt wurde. Ziel der Planung ist es, den Wärmebedarf bis 2045 um 32 Prozent zu senken und die Treibhausgasemissionen um 98 Prozent zu reduzieren.
Innovative Ansätze und Maßnahmen
Ein zentraler Bestandteil der KWP in Eschwege ist der Bau eines Nahwärmenetzes in der Altstadt, das durch eine Fluss-Großwärmepumpe an der Werra mit einer Heizleistung von bis zu 23 Megawatt versorgt wird. Langfristig plant die Stadt eine Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes von derzeit 28.000 Tonnen pro Jahr auf 4.700 Tonnen bis 2035, was einer Reduktion um 83 Prozent entspricht. Des Weiteren sind der Ausbau der Photovoltaik sowie die Nutzung von Abwärme aus der Kläranlage Teil der langfristigen Strategie.
Die Eschweger Bürgerinitiative in Oberhone plant zudem ein genossenschaftlich betriebenes Wärmenetz, was die aktive Bürgerbeteiligung bei der Wärmeplanung unterstreicht. Die Landesentwicklungsgesellschaft Hessen (LEA) unterstützt diesen Prozess, indem sie einen Leitfaden zur KWP erstellt und die Bürgerbeteiligung fördert. Das Netzwerk kommunale Wärmeplanung ermöglicht es auch anderen Kommunen, von den Erfahrungen Eschweges zu profitieren.
Die gesetzliche Grundlage für die Wärmeplanung in Deutschland wurde mit dem am 17. November 2023 beschlossenen Wärmeplanungsgesetz geschaffen. Ab dem 1. Januar 2024 sind alle Städte und Gemeinden verpflichtet, lokale Wärmepläne zu erstellen. Für Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohnern, wie Eschwege, gilt eine Frist bis spätestens 30. Juni 2028. Bereits jetzt sind 21 Prozent der Städte in Deutschland mit der Umsetzung oder Aufstellung einer Wärmeplanung beschäftigt, während größere Städte bis 30. Juni 2026 ihre Pläne vorlegen müssen. Außerdem verfolgt das Gesetz das Ziel, die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen und bis 2045 eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen.
Finanzielle Unterstützung und zukünftige Herausforderungen
Der Bund hat zur Unterstützung der kommunalen Wärmepläne 500 Millionen Euro bis 2028 bereitgestellt, um sicherzustellen, dass alle 11.000 Kommunen die Vorgaben umsetzen können. Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen notwendig, denn die Heizkosten für fossile Brennstoffe wie Gas und Öl sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Derzeit decken fossil betriebene Systeme etwa 80 Prozent der Wärmenachfrage in Deutschland, während der Anteil erneuerbarer Energien in der Wärmeversorgung weiter erhöht werden soll.
Die Zukunft der Wärmeversorgung in Eschwege und darüber hinaus wird nicht nur durch technische Entwicklungen, sondern auch durch die aktive Einbindung der Bevölkerung und die Schaffung transparenter, zukunftsorientierter Planungsprozesse geprägt sein. Die innovative KWP in Eschwege könnte somit nicht nur ein Beispiel für andere Kommunen in Hessen sein, sondern auch als Modell für andere Städte in Deutschland dienen.
Für weitere Informationen über die kommunale Wärmeplanung in Deutschland und die gesellschaftlichen Beteiligungsmöglichkeiten besuchen Sie die Webseiten von Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und Bundesregierung.
Erfahren Sie mehr über den Besuch von Minister Mansoori in Eschwege bei Hessen.de.