In einem landwirtschaftlichen Großbetrieb im Allgäu stehen erneut Vorwürfe der Tierquälerei im Raum. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Polizei wurden am 7. März 2025 mehrere Milchviehbetriebe in Bad Grönenbach, Heimertingen (Unterallgäu) und Kißlegg (Landkreis Ravensburg) durchsucht. Die Durchsuchungen wurden eingeleitet, nachdem die Tierschutzgruppe „Soko Tierschutz“ beunruhigende Beweise vorlegte. Diese umfasst verdeckt aufgenommene Videoaufnahmen, die massive Verstöße gegen das Tierschutzrecht dokumentieren.

Beim gegenständlichen Betrieb handelt es sich um einen großen Milchviehbetrieb, der bereits 2019 wegen ähnlicher Vorwürfe in der Kritik war. Die aktuellen Ermittlungen richten sich gegen den Betriebsleiter und mehrere seiner Mitarbeiter. Es wird ihnen vorgeworfen, Rinder auf verschiedene Arten zu misshandeln. Dazu gehört das unsachgemäße Verdrehen der Schwänze sowie unzulässige Versuche, festliegende Tiere zum Aufstehen zu bewegen. Exzessiver Einsatz von Elektrogeräten zur Tierbehandlung wird ebenfalls als gravierender Verstoß angeprangert.

Ermittlungen und Kontrollen

Die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) hat den Betrieb seit Januar 2023 bereits 24 Mal kontrolliert, darunter auch sieben Tierschutzkontrollen. Obwohl bei diesen Untersuchungen keine gravierenden Missstände festgestellt wurden, gab es zur gleichen Zeit ein laufendes Ordnungswidrigkeitenverfahren. Der Betrieb wird wegen unzureichender Wasserversorgung von aufgehäuft neun Kälbern im Sommer 2024 zur Verantwortung gezogen. Zudem steht gegen den Betriebsleiter noch ein Verfahren vor dem Landgericht Memmingen aus den Vorwürfen von 2019 an.

Die Polizei und Kriminalpolizei berücksichtigen bei ihren Ermittlungen auch, dass die Unschuldsvermutung gilt. Dennoch zeigen die Vorfälle die gravierenden Mängel in der Tierhaltung auf, die nach deutschen Tierschutzgesetzen verboten sind. Diese Gesetze haben das Ziel, Tiere vor unnötigem Leiden zu bewahren und deren Grundbedürfnisse zu schützen.

Die Relevanz des Tierschutzes

In Deutschland wird der Tierschutz durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geregelt, wo er sogar als Staatsziel in der Verfassung verankert ist. Tierschutzgesetze weltweit variieren stark, wobei einige Länder strenge Regulierungen haben, während andere noch Verbesserungen anstreben. Ein solches Beispiel ist das Tierschutzgesetz von 2009 in China, das kürzlich verstärkt wurde, um Misshandlungen zu verbieten und Standards für die Behandlung von Nutztieren festzulegen. Die aktuellen Ermittlungen im Allgäu zeigen, wie wichtig die Einhaltung solcher Gesetze ist, um das Wohlergehen der Tiere zu gewährleisten.

In Anbetracht der Schwere dieser Vorwürfe wird die weitere Beobachtung und Regulierung des betroffenen Betriebs durch die zuständigen Behörden von großer Bedeutung sein.