Das dritte Ellwanger Energieforum, das kürzlich im Palais Adelmann stattfand, widmete sich intensiven Diskussionen über die Zukunft der Energieversorgung. Oberbürgermeister Michael Dambacher eröffnete die Veranstaltung und hob die Bedeutung solcher Foren für die Strategien zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045 hervor. Ein zentrales Ziel ist es, bis 2045 80 % der Primärenergie klimaneutral bereitzustellen, was sowohl die Nutzung erneuerbarer Energien als auch die notwendigen Investitionen in Höhe von über 1000 Milliarden Euro bis 2035 erfordert. Diese Investitionen richten sich auf den Ausbau von erneuerbaren Energiequellen, Netzausbau, Fernwärme, „grüne“ Gase, Speichertechnologien und ein Wasserstoff-Kernnetz.

In diesem Kontext berichtete Sebastian Maier, Vorstand der EnBW ODR, über die „Energie von morgen“. Er stellte fest, dass Erdgas weiterhin von Bedeutung ist, jedoch Alternativen zum Heizen nicht überall zur Verfügung stehen. In der Region werden derzeit 42 % der Energie durch Photovoltaik, 32 % durch Biomasse und 25 % durch Windkraft erzeugt. Die Herausforderung bleibt, die Energiewende zügig umzusetzen, während gleichzeitig hohe Anforderungen an die Infrastrukturen gestellt werden.

Investitionen und Infrastruktur

Die Diskussion um notwendige Investitionen bezieht sich auf den geforderten Ausbau von Umspannwerken und Windkraftanlagen. Stefan Powolny, Geschäftsführer der Ellwanger Stadtwerke, betonte die Wichtigkeit einer sicheren Gasversorgung sowie die langfristige Reduzierung der Preise. Volker Engelhardt, technischer Leiter der Stadtwerke, sprach über den dringend benötigten Ausbau des Fernwärmenetzes in die Innenstadt. Dabei unterstrich er, dass 95 % der Gasnetzleitungen wasserstofffähig sind, was die Grundlage für eine zukünftige Wasserstoffnutzung bildet.

Im Rahmen der aktuellen Energiewende sind die Entwicklungen der erneuerbaren Energien von zentraler Bedeutung. Laut den Berichten des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) konnte Deutschland im Jahr 2024 über eine Million neue Photovoltaikanlagen installieren, was eine Vervierfachung gegenüber 2021 bedeutet. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung stieg auf 58 % und überstieg damit 2023, als er noch bei 54 % lag. Diese positive Entwicklung ist Teil der Bemühungen, den CO2-Ausstoß in der Energiewirtschaft drastisch zu reduzieren, der 2024 nur noch bei 188 Millionen Tonnen lag – 60 % weniger als 1990.

Herausforderungen und Zukunftsausblick

Trotz der Fortschritte stellen sich auch Herausforderungen. Das Erreichen einer effektiven Steuerbarkeit der PV-Anlagen ist notwendig, um die Schwankungen von Wind- und Solarenergie auszugleichen. Die Schaffung eines konsistenten Regulierungsrahmens wird als unverzichtbar angesehen, um private Investitionen in die notwendige Infrastruktur zu sichern.

Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass Deutschland über den europäischen Strombinnenmarkt an das internationale Stromnetz angebunden ist. Dies ermöglicht, Strom aus dem Ausland zu importieren, wenn dieser günstiger ist, und gleichzeitig heimisch erzeugten Strom zu exportieren. Im Jahr 2023 importierte Deutschland mehr Strom als es exportierte, wobei der Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix stetig steigt. Trotz der Verlagerung auf erneuerbare Energien und einem gesunkenen Anteil von Kohle in der Stromerzeugung bleibt Erdgas ein wichtiger Faktor.

Die Ampelkoalition hat bereits bedeutende Schritte unternommen, um den Zubau von erneuerbaren Energien voranzutreiben. Dennoch bleibt es entscheidend, dass die politisch Verantwortlichen weiterhin die Weichen für eine nachhaltige und klimafreundliche Energiezukunft stellen, sowohl in Ellwangen als auch deutschlandweit.