Die USA erleben eine massive Eierkrise, die zu einem unverhältnismäßigen Anstieg der Preise geführt hat. So haben sich die Kosten für Eier innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt, was die Bundesbürger stark belastet. Laut t-online sind die Preise für ein Dutzend Eier in den USA teilweise auf über neun Euro gestiegen, während sie in Mexiko bei weniger als zwei Euro liegen. Diese Diskrepanz hat zu einem Anstieg des Schmuggels von Hühnereiern aus Mexiko geführt. Der US-Zoll registrierte seit Oktober einen Anstieg von 36 % bei beschlagnahmten Eiern im Vergleich zum Vorjahr. In Texas stiegen die Zahlen gar um 54 %, und am Grenzübergang San Diego verdoppelten sie sich.

Das Besondere am Eier-Schmuggel ist, dass es zwar keine Straftat ist, doch der Import ist aufgrund möglicher Krankheiten der Tiere verboten. Die Eier werden vom Zoll sofort beschlagnahmt und unter Kontrolle vernichtet. Dabei riskieren die Schmuggler, meist Privatpersonen, die sich oft nicht über die Bestimmungen im Klaren sind, eine Geldstrafe von etwa 275 Euro für das Nicht-Deklarieren ihrer Ware.

Ursachen der Eierkrise

Die Hauptursache für die dramatische Preissteigerung sind die Auswirkungen der Vogelgrippe. Diese hat in den letzten zwei Jahren zum Tod von Millionen Hühnern in den USA geführt. Nach Geflügelnews kämpfen die Amerikaner seit mehr als zwei Jahren mit den Folgen dieser Virusausbreitung. Im Herbst 2023 kam es erneut zu einem Anstieg der Preise, der durch Engpässe beim Eierangebot verursacht wurde. Der durchschnittliche Preis für ein Dutzend großer Eier der Güteklasse A lag im Juli 2023 bei über 3 US-Dollar, was eine erhebliche Erhöhung im Vergleich zu den Vorjahren darstellt.

Besonders erschreckend ist, dass die Großhandelspreise während einer Zeit, in der die Lebensmittelinflation nur bei 10,4 Prozent lag, sprunghaft angestiegen sind. Rekordpreise für die Saison wurden erreicht, insbesondere in Bundesstaaten wie Minnesota, wo die Preise um 68,7 % und in Iowa um 67 % stiegen.

Handel und Lösungssuche

Die US-Regierung ist nun auf der Suche nach Lösungen, um die Eierpreise zu stabilisieren. Sie hat sich an europäische Handelspartner gewandt und bereits erste Lieferungen initiiert. Beispielsweise erreichte eine Lieferung von 16.000 Hühnereiern aus der Türkei die USA. Zudem wurden auch höhere Eierexporte aus Dänemark angefragt. Die amerikanische Geflügelindustrie muss sich beeilen, um die steigende Nachfrage zu befriedigen, insbesondere da die Preise vor Weihnachten voraussichtlich weiter ansteigen werden.

Die lockere Marktregulierung, gekoppelt mit den anhaltenden Lieferengpässen aufgrund der Vogelgrippe, hat in den sozialen Medien Memes hervorgebracht, die den Kauf von Eiern als einen neuen Trend, vergleichbar mit einem Drogendeal, darstellen. Die Situation in Europa ist ähnlich; auch dort leiden Länder wie Deutschland unter dem Vogelgrippe-Ausbruch und müssen große Mengen Eier importieren. Letztendlich bleibt abzuwarten, ob die Maßnahmen der US-Regierung und die fortwährenden Exporte aus dem Ausland ausreichen werden, um die Situation zu entschärfen.