In einem dramatischen Viertelfinale der Handball-Weltmeisterschaft scheidet die deutsche Nationalmannschaft am 29. Januar 2025 nach einer packenden Verlängerung mit 30:31 gegen Portugal aus. Die Partie im ausverkauften Stadion mit 7457 Zuschauern war von hohen Emotionen geprägt und endete mit einem entscheidenden Tor von Martim Costa drei Sekunden vor der Schlusssirene. Deutschland hatte in der ersten Halbzeit eine schwache Leistung gezeigt und mit 9:13 zurückgelegen. Erst nach einer roten Karte für den portugiesischen Spieler Luís Frade konnte das deutsche Team zurück ins Spiel finden und führte zwischenzeitlich mit 20:18.
Bundestrainer Alfred Gislason musste im Nachgang der Niederlage die fehlende Breite im Kader seiner Mannschaft kritisieren. Der Trainer sieht das Turnier dennoch als einen Schritt nach vorn. „Es gibt viel zu lernen aus dieser Erfahrung“, so Gislason. Er hebt hervor, dass die Vorbereitung auf das Spiel gegen Portugal besser gelungen sei, da die Bundesliga bis kurz vor Silvester gespielt habe. Ihnen fehlte jedoch der verletzte Juri Knorr, der nach einer Bronchitis eine kurze WM-Auszeit nahm und wesentlich für die Offensive zuständig war.
Kampfgeist und Rückschläge
Einen erfreulichen Aspekt gab es jedoch im Tor: Andreas Wolff zeigte eine herausragende Leistung mit 21 Paraden, wurde jedoch letztlich als Verlierer angesehen. Trotz dieser Defensivstärke kämpfte Deutschland bis zur letzten Sekunde, konnte aber die letzten Fehler im Angriff nicht vermeiden. Kapitän Johannes Golla sprach von der „schmerzhaften Niederlage“ und auch Knorr selbst bezeichnete das Spiel als 50:50.
Die deutsche Mannschaft wird im weiteren Verlauf des Jahres 2025 auf den Bundesliga-Alltag zurückkehren und erhält eine Team-Prämie von 60.000 Euro vom Verband. Dies ist ein kleiner Trost für das verpasste Halbfinale, das Deutschland zuletzt nach der Heim-EM 2024 und den Olympischen Spielen 2024 nicht erreichen konnte. Die letzte Medaille bei einer WM für Deutschland liegt bereits seit 2007 zurück.
Sportpsychologie im Fokus
Im weiteren Kontext der Entwicklung des deutschen Handballs ist die Rolle der Sportpsychologie nicht zu unterschätzen. Experten wie Henning Thrien und André Haber, die beim SC DHfK Leipzig zusammenarbeiteten, glauben an die Zukunft der Sportpsychologie im Handball. Sie thematisieren, dass im Profi-Sport zu wenig über das Thema Arbeiten, Wirken und Scheitern gesprochen wird. In entsprechenden Workshops bieten sie Einblicke, wie die mentale Stärke von Athleten gefördert werden kann – eine Fähigkeit, die auch dem deutschen Team zugutekommen könnte.