Deutschland wird zunehmend von einem faszinierenden Trend erfasst: Das Erkunden von verlassenen Orten, auch bekannt als „Lost Places“. Laut der Ostsee Zeitung hat das Portal „Traum-Ferienwohnungen“ die beliebtesten dieser geheimnisvollen Orte ermittelt. Die Liste basiert auf Google-Bewertungen, Eintrittsbedingungen und Preisen und umfasst insgesamt zwölf spannende Plätze.

Zu den insgesamt zwölf ermittelten Lost Places gehört das Motor-Technica-Museum in Bad Oeynhausen. Dieses Museum, das 1973 gegründet wurde, zeigt Militärfahrzeuge aus ehemaligen Ostblockbeständen. Es wurde 1991 geschlossen, einige Fahrzeuge standen bis 2016. Mit einer Bewertung von 3,2 Sternen belegt es den letzten Platz der Liste. An 11. Stelle folgt das Schloss Rapunzel in Friedrichroda, ein ehemaliges Jagdschloss, welches seit 2021 im Besitz des Landes Thüringen ist. Es wurde in der DDR-Zeit als Hotel genutzt und diente als Drehort für den Film „Rapunzel oder der Zauber der Tränen“ und erhielt eine Bewertung von 3,6 Sternen.

Die Top-Plätze für Abenteurer

Platz 10 belegt das Bahnbetriebswerk Leipzig-Wahren, das in den frühen 1900er Jahren zu einem großen Güterbahnhof ausgebaut wurde und seit 1994 stillgelegt ist. Mit 3,8 Sternen ist dieser Ort besonders bei Eisenbahnfans beliebt. Auch das Schloss Schönow in Malente weist eine außergewöhnliche Geschichte auf. Es wurde ab 1899 als Nervenheilanstalt genutzt und hat die Bewertung von 4,0 Sternen erhalten. Die Liste setzt sich mit weiteren einzigartigen Orten fort: Der Autoskulpturenpark Neandertal in Berlin, die ehemalige NSABase Teufelsberg, die Heilstätten Grabowsee und schließlich eine Vielzahl von Mahnmalen deutscher Geschichte.

Die beliebtesten Lost Places wurden ermittelt, aber was zieht die Menschen zu diesen verlassenen Orten? Ein Drittel der unter 30-Jährigen hat bereits einen solchen Platz besucht, was den wachsenden Trend der „Urbex-Szene“ verdeutlicht. Die Wurzeln dieses Hypes lassen sich bis in die 1970er Jahre in den USA zurückverfolgen, wo das Erkunden unheimlicher Orte als Abenteuer gilt. In Deutschland gibt es mittlerweile etwa 50 bekannte Lost Places, die von Schlössern über Industrieanlagen bis zu Freizeitparks reichen. Einige sind legal zu besuchen, andere hingegen nicht. Daher sind vorsichtige Erkundungen und die Mitnahme von Taschenlampen empfohlen. Urbex-Fans haben auch eine ungeschriebene Regel: Standorte sollten nicht öffentlich geteilt werden.

Die Vielfalt der Lost Places in Deutschland

Lost Places finden sich in verschiedenen Bundesländern, und Europa Entdecker hat eine Liste solcher Orte in Deutschland zusammengestellt. So gibt es in Schleswig-Holstein bemerkenswerte Spots wie das Schloss Dwasieden und den Gespensterwald Nienhagen. In Berlin sind die Beelitz-Heilstätten und die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen beliebte Ziele. Brandenburg lockt mit der verbotenen Stadt Wünsdorf, während NRW mit der Kokerei Hansa und dem Auto-Skulpturenpark im Neandertal aufwartet.

Ein neuer Trend zur Auffindung verlassener Orte wird durch Technologie unterstützt. Mit einem KI- und Big Data-Tool lassen sich diese Plätze effizient lokalisieren, indem alle Gebäude im Suchbereich analysiert werden, unabhängig von ihrem Status. Die KI erkategorisiert die Informationen, um verlassenen Gebäuden gezielt nachzugehen und diese zu erkunden. So entsteht eine neue Dimension des Erkundens, die die Urbex-Szene weiter beflügelt.

Insgesamt zeigt sich, dass die Faszination für verlassene Plätze in Deutschland ungebrochen ist. Von militärhistorischen Stätten über architektonische Schönheiten bis zu Zeugenausschnitten aus der Vergangenheit – diese Orte sind mehr als nur Überreste; sie erzählen Geschichten, die darauf warten, entdeckt zu werden. während die Urbex-Community weiterhin wächst, bleibt die spannende Frage, welche weiteren Schätze das Land noch birgt.

Für weitere Informationen zu den einzelnen Lost Places besuchen Sie: Ostsee Zeitung, Europa Entdecker und Urbexology.