Heute Abend um 20:30 Uhr treten die deutschen Handballer im Viertelfinale der Weltmeisterschaft gegen Portugal an. Das Spiel findet in Oslo statt und wird live im Ersten sowie auf Sportdeutschland.TV übertragen. Die Erwartung an die Leistung der deutschen Mannschaft ist hoch, doch bisher haben sie nicht ihre Topform erreicht. In der Vorrunde erzielten sie Siege gegen Polen, die Schweiz und Tschechien, konnten jedoch nur bedingt überzeugen. In der Hauptrunde gab es eine Niederlage gegen den Titelverteidiger Dänemark, was die Situation zusätzlich anspannt. Die deutschen Spieler werden durch Leistungsschwankungen bei Akteuren wie Johannes Golla, Julian Köster und Renars Uscins herausgefordert.

Ein Lichtblick für die deutsche Mannschaft könnte Torhüter Andreas Wolff, sowie David Späth, sein. Juri Knorr, dessen Fitness aufgrund einer einwöchigen Erkrankung fraglich war, hat sich kürzlich zurückgemeldet. Bundestrainer Alfred Gislason plant, Knorr in kurzen Einsätzen zu nutzen, da seine Fitness noch nicht für die volle Spielzeit ausreicht. Gislason, der mit 65 Jahren der älteste Trainer der WM-Teilnehmer ist, hatte Deutschland im Vorjahr zu Olympia-Silber geführt.

Starke Konkurrenz aus Portugal

Portugal hingegen trat bisher stark auf und blieb in diesem Turnier ungeschlagen. In der Vorrunde konnten sie Norwegen, Brasilien und die USA besiegen, während sie in der Hauptrunde nur ein Unentschieden gegen Schweden hinnehmen mussten und Siege über Spanien und Chile feierten. Schlüsselspieler für das portugiesische Team sind die beiden Brüder Francisco und Martim Costa, die zusammen fast ein Drittel der Tore des Teams beisteuerten. Diese beiden Akteure gelten als das beste Brüderpaar im aktuellen Welthandball und haben mit ihren gemeinsam erzielten 69 Toren die Mannschaft entscheidend unterstützt.

Gislason warnt vor dem hohen Tempo, das Portugal spielt. In der Hauptrunde zeigten die Portugiesen, dass sie die meisten Tore im Schnellangriff erzielten. Daher hat die deutsche Mannschaft Videos analysiert, um sich auf die Costa-Brüder und andere Schlüsselspieler vorzubereiten. Die Bilanz zwischen Deutschland und Portugal ist stark zugunsten von Deutschland, das von 11 Begegnungen 10 gewonnen hat, außer einer Niederlage im Jahr 2021.

Trainer im internationalen Vergleich

In einem weiteren Kontext der WM ist Alfred Gislason mit 65 Jahren der älteste Trainer unter den 32 Mannschaften. Der älteste Trainer, der beim Turnier teilnimmt, hebt sich deutlich von den anderen ab. Der Altersunterschied zu dem jüngsten Trainer, Andy Schmid aus der Schweiz, beträgt 25 Jahre. Gislason hat die Erfahrung, die für ein solches Turnier notwendig ist, während sein portugiesischer Kollege Paulo Pereira, der seit 2016 die Trainerposition besetzt, ein jüngeres Dynamik-Team geformt hat, das erstmals das Viertelfinale eines WM-Turniers erreicht hat.

Das kommende Spiel wird entscheidend für beide Mannschaften. Es verspricht ein spannendes Duell zu werden, das die Stärken beider Seiten auf den Prüfstand stellt. Gislason schätzt die Chancen auf 50:50 und ist bereit, seine Strategie anzupassen, um das Team zum Sieg zu führen.