Im Rodelsport zeichnet sich in dieser Saison ein deutlicher Abwärtstrend für die deutsche Mannschaft ab. Deutschland hat bei vier Weltcup-Rennen bislang nur vier von 16 möglichen Siegen erzielt. Diese Bilanz wirft Fragen auf, insbesondere angesichts der hohen Erwartungshaltung, die an das Team gerichtet wird. Die Vorfreude auf die Saison wird von einer zunehmenden Frustration über die Leistung des Teams begleitet, was den Eindruck verstärkt, dass das deutsche Rodelteam das Siegen verlernt hat. Dies wurde besonders deutlich beim Heimrennen in Oberhof vor Weihnachten, wo die österreichischen Männer die ersten vier Plätze belegten, eine bittere Niederlage für die deutschen Athleten.

Patric Leitner, der neue Bundestrainer, hat die Nachfolge von Norbert Loch angetreten, der die Mannschaft 16 Jahre lang geführt hat. Leiter äußerte sich positiv über die Teamleistung und betonte, dass sich die Mannschaft erst finden müsse. In einem Interview bestätigte Leitner die Wichtigkeit von Teamkommunikation und Zusammenhalt, um trotz der aktuellen Herausforderungen weiterhin erfolgreich zu sein. „Beim Rodeln muss man das letzte Hemd geben, um vorne zu landen“, stellte er klar, während er das Team in Richtung der Olympischen Spiele 2026 vorbereitet.

Charakter und Potenzial des Teams

Leitner, Olympiasieger von 2002, bringt als neuer Trainer nicht nur Erfahrung, sondern auch frischen Mut mit. Nach einem komplizierten Beinbruch, der zwei Operationen und 16 Wochen Rehabilitation erforderte, ist er nun wieder fit und bereit, das Team zu führen. Im Sommer 2024 hatte ein gemeinsames Trainingslager am Gardasee stattgefunden, um den Teamgeist zu stärken. Leitner hebt hervor, dass alle Athleten gesund und fit in die Vorbereitung gestartet sind.

Die Konkurrenz im internationalen Rodelsport hat zugenommen. Besonders der Trainer Georg Hackl hat mit seiner Arbeit bei den Österreichern maßgeblich zu deren aktuellem Erfolg beigetragen. Julia Taubitz, eine der besten deutschen Rodlerinnen, bestätigte dies und stellte fest, dass die Österreicher durch Hackl im Flow sind. Trotz der Herausforderungen gibt es auch Lichtblicke für die deutsche Mannschaft: Junge Talente wie Merle Fräbel sowie die Doppel-Teams Orlamünder/Gubitz und Eitberger/Matschina zeigen vielversprechende Ansätze.

Die Zukunft des deutschen Rodelns

Leitner hat auch die Planung für die bevorstehenden Selektionsrennen für die Weltcup-Mannschaft übernommen. Die erste dieser Prüfungen findet am 25. Oktober in Sigulda statt, und insgesamt sind vier Selektionsrennen auf der Agenda, die neben Sigulda auch auf drei deutschen Bahnen durchgeführt werden. In Sigulda werden 28 Athleten antreten, darunter die besten Junioren und Mitglieder des B-Teams, um ihre Qualifikationen zu testen.

Die öffentliche Diskussion über die Erfolge der Athleten wird intensiv geführt, und die Abwechslung auf dem Siegerpodest wird von manchen als positiv für die gesamte Sportart angesehen. Leitner, der weiterhin auch im Bereich Athletik tätig sein möchte, hat ein lukratives Angebot aus dem Ausland abgelehnt, um sein Engagement für den deutschen Rodelsport aufrechtzuerhalten. „Ich möchte, dass das Team die Wertschätzung bekommt, die es verdient“, sagte Leitner.

Die Erfahrung und der Einsatz von Patric Leitner werden entscheidend sein, um die deutsche Dominanz im Rodeln zurückzuerobern. In erster Linie gilt es, die Mannschaft zu vereinen und das Vertrauen zurückzugewinnen, das notwendig ist, um im internationalen Wettbewerb wieder ganz oben zu stehen.

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