Die Stadt Delmenhorst hat kürzlich ihren Internetauftritt überarbeitet und dabei in einem zeitgemäßen Format für die Bürger zahlreiche neue Funktionen eingeführt. Die Erneuerung, die mit geschätzten Kosten von rund 20.000 Mark einherging, umfasst insgesamt etwa 300 Seiten. Unter den neuen Funktionen ist eine Webkamera, die jede Minute ein frisches Bild vom Rathausplatz überträgt. Die Stadt betont die Aktualität der bereitgestellten Informationen, insbesondere durch regelmäßige Updates zu Baustellen und Veranstaltungen. Zudem können die Bürger nun Vordrucke vom Standesamt herunterladen, Hundesteuermarken bestellen und Schulungsräume online buchen. Dies soll die Benutzerfreundlichkeit erheblich steigern und die Kommunikation zwischen der Stadt und ihren Bürgern fördern.

Ein weiteres wichtiges Thema, das die Stadt derzeit beschäftigt, sind die möglichen längeren Öffnungszeiten für den Einzelhandel während der bevorstehenden Expo. Die Delmenhorster Einzelhandels- und Werbegemeinschaft hat bereits einen Antrag auf längere Öffnungszeiten jeden Samstag bis 18 Uhr eingereicht. Eine Entscheidung über diesen Antrag steht jedoch noch aus, da auch Gewerkschaften in den Prozess einbezogen werden müssen. Aktuell erlaubt ein Erlass des niedersächsischen Ministeriums Ladenöffnungszeiten von 6 bis 22 Uhr während der Weltausstellung. Auch Gaststätten haben die Möglichkeit, eine Verkürzung oder Aufhebung der Sperrstunde zu beantragen.

Einbürgerungswege in Deutschland

Ein zentrales Anliegen in Delmenhorst ist auch die steigende Zahl an Einbürgerungsanträgen. Die Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts, die am 1. Januar 2000 in Kraft trat, hat zu einem Anstieg der Einbürgerungsanträge geführt. Im Jahr 1999 wurden in Delmenhorst 190 Einbürgerungsverfahren durchgeführt, während bereits im Februar 2000 etwa die Hälfte dieser Zahl erreicht wurde. Die Bedingungen für eine Einbürgerung sind klar geregelt: Um die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen, müssen Antragsteller mindestens acht Jahre rechtmäßig in Deutschland leben, einen Aufenthaltstitel für den dauerhaften Aufenthalt besitzen und müssen selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.

Um die Einbürgerung abzuschließen, müssen Antragsteller nachweisen, dass sie über ausreichende Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 verfügen und erfolgreich einen Einbürgerungstest abgelegt haben. Die Kosten für eine Einbürgerung betragen 255 Euro für Erwachsene und 51 Euro für minderjährige Kinder. Diese Gebühren können in bestimmten Fällen, wie etwa bei geringem Einkommen, reduziert oder in Raten gezahlt werden.

Soziale Integration und Bildung

In den Schulen Delmenhorsts stellt sich die Situation von ausländischen Schülerinnen und Schülern ebenfalls als herausfordernd dar. Diese Gruppe ist an Realschulen und Gymnasien unterrepräsentiert – hier liegt der Ausländeranteil zwischen 2 % und 9 % – während sie an Haupt- und Sonderschulen überrepräsentiert ist. An allgemeinbildenden Schulen zeigt sich ein durchschnittlicher Ausländeranteil von 12 %, während an Grundschulen dieser Anteil auf 13,8 % ansteigt.

Die Stadt Delmenhorst setzt Maßnahmen um, um die Integration der ausländischen Bevölkerung zu unterstützen. So sind beispielsweise Beratungen in den zuständigen Behörden für Personen, die einen Antrag auf Einbürgerung stellen möchten, empfohlen. Diese Gespräche sollen helfen, die Anforderungen zu klären und die eigene Situation zu besprechen. Weiterführende Informationen sind auch online unter delmenhorst.de und bamf.de verfügbar.