Am 11. März 2025 fand im Rahmen des traditionellen „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ in Berlin eine besondere Veranstaltung statt: Daniel Günther, der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein (CDU), wurde feierlich zum neuen Oldenburger Grünkohlkönig gekrönt. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach im Vorfeld über Günthers Talente als klar denkender, redegewandter und volkstümlicher Politiker, der in seiner Partei auch als „unser Küsten-Kommunist“ bekannt ist. Günther übernimmt das Amt von Boris Pistorius (SPD), der bedanken durfte für seine Zeit als König des Grünkohls, während er gleichzeitig auf die unruhigen Zeiten verwies, die auch die Amtsverpflichtungen der Grünkohlkönige beeinflussen.
Bei der Amtseinführung erhielt Günther eine beeindruckende Lieferung an Grünkohl: 200 kg Grünkohl, 60 kg Pinkel, 90 kg Kasseler und sogar eine Grünkohl-Palme. In seiner Rede betonte der neue Grünkohlkönig seine Verbundenheit mit Grünkohl, da Dithmarschen die größte Kohlanbauregion Europas sei. Zudem äußerte er den Wunsch, nach Oldenburg zu reisen, um seine „Untertanen“ besser kennenzulernen und die Zusammenarbeit zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen während seiner einjährigen Regentschaft zu intensivieren.
Die Tradition des Grünkohlkönigtums
Das „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ hat seit 1956 Tradition und zieht regelmäßig Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur an. Es ist bekannt, dass zahlreiche ehemalige Grünkohlkönige und -königinnen, darunter prominente Politiker wie Helmut Kohl, Joschka Fischer und Christian Lindner, nach ihrer Krönung politisch auf Hindernisse stießen oder sich aus dem öffentlichen Leben zurückzogen. Diese komplexe Beziehung zwischen dem Grünkohlkönigtum und der politischen Karriere wird oftmals als „Grünkohl-Fluch“ bezeichnet.
Ehemalige Majestäten wie Annette Schavan, Karl-Theodor zu Guttenberg und Sigmar Gabriel verloren nach ihrer Regentschaft an Einfluss und gaben ihre Ämter auf. Franziska Giffey, ebenfalls ehemalige Grünkohl-Königin, erlebte einen derart dramatischen Rückzug, dass sie 2021 ihren Doktortitel verlor und von ihrem Amt als Bundesfamilienministerin zurücktrat, um später 2023 als Regierende Bürgermeisterin von Berlin zurückzutreten.
Die Herausforderungen für Günther
Am Tag seiner Krönung wurde Günther nicht nur für seine freundliche Art gelobt, sondern auch für die Herausforderungen, die auf ihn zukommen könnten. Der Verlauf seiner Regentschaft wird mit Spannung erwartet, insbesondere im Kontext seiner politischen Verbindungen und der aktuellen Lage in Deutschland. Günther, der als möglicher Kandidat für die Grünkohl-Krone gehandelt wird, hat bereits seine Absicht signalisiert, den Norden zu einen. Wie er dies jedoch mit seinem angespannten Verhältnis zur CSU kombinierten kann, bleibt abzuwarten.
Das politische Schicksal der Grünkohlkönige und -königinnen ist komplex und spiegelt die Herausforderungen wider, denen viele Entscheidungsträger in der heutigen Zeit gegenüberstehen. Zu den Herausforderungen, die sich Günther stellen muss, gehören politische Ungewissheiten und ein zunehmender Druck in der aktuellen deutschen Politik, in der die Meinungen über die Arbeit seiner Amtsvorgänger und der Bundesminister in aller Munde sind. Diese Herausforderungen werden mit der neuen Krönung des Grünkohlkönigs sicherlich in den Fokus rücken.
Insgesamt ist die Ernennung von Daniel Günther zum Grünkohlkönig ein weiterer Schritt in einer von Traditionen geprägten Veranstaltung, die immer wieder die Verbindung zwischen kulinarischer Kultur und politischer Realität hervorhebt. Weitere Entwicklungen sind auch in der politischen Landschaft und im Schicksal des Grünkohlkönigtums zu erwarten.