Der ehemalige CDU-Generalsekretär Mario Czaja hat am Dienstag im Bundestag angekündigt, dem als schwarz-rotes Finanzpaket bezeichneten Vorhaben zur Aufnahme neuer Milliardenschulden nicht zuzustimmen. Czaja begründet seine Ablehnung mit der Ansicht, dass die geplanten Grundgesetzänderungen nicht generationengerecht seien und die dafür vorgebrachten Argumente nicht redlich seien. Seiner Meinung nach wird eine Zusage, die bei der Bundestagswahl getroffen wurde, nicht mehr eingehalten. Zudem warnt er vor einem Vertrauensverlust in die demokratische Mitte aufgrund grundlegender Änderungen nach der Wahl.

Er hebt die dringende Notwendigkeit hervor, den aufgeblähten Staatsapparat zu reformieren, bevor man über eine Lockerung der Schuldenbremse diskutiere. Many innerhalb der CDU/CSU-Fraktion scheinen ebenfalls mit großen Bedenken in die Abstimmung zu gehen. In den Verhandlungen zwischen Union, SPD und den Grünen wurde ein finanzielles Paket über 500 Milliarden Euro vereinbart, das unter anderem für Verteidigungsausgaben und Infrastruktur genutzt werden soll. Diese Grundgesetzänderungen müssen noch vom bestehenden Bundestag beschlossen werden, bevor das neue Parlament seine Arbeit aufnimmt.

Details zum Finanzpaket und den Änderungen der Schuldenbremse

Am 14. März 2025 kam es zu der Einigung zwischen den Parteien, die eine Lockerung der Schuldenbremse vorsieht. Diese Lockerung betrifft nicht nur Verteidigungsausgaben, sondern auch Bereiche wie Cybersicherheit und Bevölkerungsschutz. Speziell für Verteidigung und Sicherheit dürfen Ausgaben von bis zu 1% des Bruttoinlandsprodukts, also etwa 44 Milliarden Euro, unter der Schuldenbremse finanziert werden. Übersteigende Ausgaben sollen über Kredite abgewickelt werden. Die Bundesländer haben die Möglichkeit, Kredite in Höhe von 0,35% des BIP aufzunehmen.

Das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen wird für Infrastrukturprojekte bereitgestellt und ist von der Schuldenbremse ausgenommen. Geplant sind unter anderem 100 Milliarden Euro für kommunale Wärme- und Energieplanung sowie weitere 100 Milliarden Euro für den Klimaschutz und den Umbau der Wirtschaft. Der Spezialtopf ist für einen Zeitraum von 12 Jahren verfügbar, und Bundeskanzler Olaf Scholz könnte in diesem Zusammenhang auch Rüstungshilfen für die Ukraine in Höhe von 3 Milliarden Euro freigeben.

Reformvorschläge der Bundesbank

Parallel zu diesen Entwicklungen hat die Deutsche Bundesbank Reformvorschläge zur Schuldenbremse unterbreitet. Diese sollen einen stabilitätsorientierten Ansatz für höhere staatliche Investitionen ermöglichen. Ziel der Reform ist es, sowohl die Infrastruktur als auch die Verteidigung zu stärken und sicherzustellen, dass die Staatsfinanzen langfristig tragfähig bleiben.

Die Bundesbank hebt hervor, dass Deutschland im internationalen Vergleich eine gute Schuldenquote aufweist. Sie schlägt vor, die Kreditspielräume des Bundes von 0,35% auf maximal 1,4% des BIP zu erhöhen, sofern die Schuldenquote unter 60% bleibt. Die Reform könnte bis 2030 ermöglichen, dass bis zu 220 Milliarden Euro zusätzlich kreditfinanziert investiert werden können, was die Planungssicherheit für Investitionen verbessern würde.

Die Abstimmung über das Finanzpaket im Bundestag ist für Dienstag angesetzt. Die Koalition aus Union, SPD und Grünen hat bereits 31 Abgeordnete mehr als nötig, um die erforderliche Zweidrittelmehrheit zu erreichen. Eine anschließende Abstimmung im Bundesrat ist für Freitag geplant, jedoch steht diese noch auf der Kippe, da einige Bundesländer höhere Mittel aus dem Infrastruktur-Topf fordern.

FAZ berichtet von Czajas Bedenken, während Tagesschau die Details des Finanzpakets verdeutlicht. Ergänzende Informationen zur Reform der Schuldenbremse liefert die Bundesbank.