Julia Borggräfe, Juristin und Autorin, beleuchtet in ihrem Buch „Bürokratopia“ die Herausforderungen, denen moderne Demokratien gegenüberstehen. In ihrer Analyse beschreibt sie eigene Erfahrungen mit der Verwaltungsarbeit und den damit verbundenen Problemen. Ihr Werk wird als Programm zur Rettung der Demokratie angesehen, das auf dringende Reformen hinweist, um die politische Stabilität zu sichern. Auf der Grundlage ihrer Forschung wurde eine Expertenkommission eingerichtet, bestehend aus einem ehemaligen Verfassungsrichter sowie zwei Bundesministern und einer Managerin. Diese Kommission arbeitete unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und bewertete die Leistungsfähigkeit des Staates.

Die Ergebnisse dieser Kommission legen offen, dass der Zustand der staatlichen Leistungsfähigkeit sowohl für Bürger als auch für Unternehmen und die politische Stabilität als problematisch einzustufen ist. Borggräfes Sichtweise fügt sich in einen größeren Kontext ein, der durch aktuelle Demokratieindices geprägt ist, die den Zustand der Demokratie weltweit überwachen. Laut dem Demokratieindex 2022 steht Deutschland mit einer Punktzahl von 8.80 auf dem 14. Platz der vollwertigen Demokratien.

Globale Entwicklungen der Demokratie

Die generalisierten Ergebnisse zeigen, dass demokratische Systeme weltweit unter Druck stehen. Der aktuelle Demokratieindex 2023) bewertet insgesamt 167 Länder und verdeutlicht, dass nur 45,7 % der Weltbevölkerung in einer Demokratie leben, während 39,4 % unter autoritären Regimes leiden. Nur 7,8 % leben in vollständigen Demokratien. Die globale Durchschnittspunktzahl beträgt 5,23 und ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,06 gesunken.

In der Rangliste der vollständigen Demokratien führt Norwegen mit einer Punktzahl von 9.81, gefolgt von Neuseeland mit 9.61 und Island mit 9.52. Diese Statistiken belegen, dass parlamentarische Monarchien häufig besser abschneiden als viele demokratische Republiken. Die jüngste Wertung zeigt auch signifikante Rückgänge in Ländern wie Afghanistan und Myanmar, während Sambia eine positive Entwicklung durch einen demokratischen Machtwechsel verzeichnen konnte.

Die bedrängte Situation, die Borggräfe beschreibt, reflektiert sich somit in den Ergebnissen der Expertenkommission und den globalen Demokratieindices, die die Herausforderungen und den Bedarf an Reformen hervorheben. Es bleibt abzuwarten, ob und wie weitreichende Maßnahmen ergriffen werden, um die Demokratie wieder zu stärken und den Bürgern ein vertrauenswürdiges Verwaltungssystem zu bieten.