Am 11. März 2025 hat die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) ihre klare Position gegen Diskriminierung und Gewalt in der Region bekräftigt. Die Verantwortlichen der BTU äußerten sich besorgt über die aktuelle gesellschaftliche Atmosphäre in der Lausitz, insbesondere nach einem brutalen Angriff auf den Jugendclub „Jamm“ in Senftenberg. In der Nacht vom 1. auf den 2. März 2025 marschierten über 30 vermummte Personen auf den Club zu, versuchten, in das Gebäude einzudringen und warfen dabei Steine. Der Vorfall wurde von den Mitarbeitern des Clubs, die auffällige Autos beobachtet hatten, frühzeitig bemerkt, wodurch Schlimmeres verhindert werden konnte.

Die BTU sieht sich in der Verantwortung, ihre Studierenden und Mitarbeiter zu schützen und Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen. BTU-Präsidentin Prof. Gesine Grande verurteilte die Gewaltbereitschaft und Aggressivität des Angriffs eindeutig. Polizei und Staatschutz haben die Ermittlungen aufgenommen, wobei ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann. Die Angreifer riefen während des Übergriffs rechte Parolen, was auf einen möglichen Zusammenhang zur rechtsextremen Fangemeinde von Energie Cottbus hinweist.

Angriff auf den Jugendclub „Jamm“

Der alternative Jugendclub „Jamm“, dessen Existenz bis ins Jahr 1992 zurückreicht und der verschiedene Initiativen und Organisationen beherbergt, war Ziel des geplanten Angriffs von Rechtsextremen. Der Betreiber des Clubs, Sara Orlamünder, bezeichnete den Vorfall als einen Angriff „auf uns alle“. Der Vorfall und das Verhalten der Angreifer wecken Erinnerungen an die Zeit rechter Gewalt in den 90er-Jahren, die in der Region stark präsent war. Erschreckenderweise wurden nicht nur die Besucher des Clubs in Angst versetzt, sondern es gab auch eine beobachtbare Zunahme rechter Schmierereien in der Nähe des Geländes.

Von den Polizei bestätigter Großaufgebot war nötig, um die Situation unter Kontrolle zu bringen, doch trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen konnte keine tatverdächtige Person festgestellt werden. Dieser Ausbruch von Gewalt ist Teil eines größeren Problems: Laut Berichten hat die Zahl rechtsmotivierter Straftaten und die Gewaltbereitschaft in Deutschland in den letzten Jahren zugenommen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz schätzt, dass rund 32.000 Personen in Deutschland extrem rechte Ansichten vertreten, von denen etwa 13.000 als gewaltbereit gelten.

Gesellschaftliche Relevanz und Reaktionen

Die BTU und lokale Solidaritätsbekundungen kommen als Reaktion auf diese besorgniserregende Entwicklung. Die Universität betont die Wichtigkeit von Weltoffenheit, Toleranz und einer demokratischen Kultur. Jüngste Entwicklungen verdeutlichen, dass der Rechtsextremismus nach wie vor eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland darstellt, die sich in Anfeindungen und Angriffen auf politische Gegner manifestiert.

Der Vorfall wird auch als Erinnerung an die grausamen Taten rechtsextremer Gewalt, wie den Anschlag von Hanau im Jahr 2020, herangezogen, bei dem Tobias R. neun Menschen ermordete, die als andersartig wahrgenommen wurden. Solche Taten rufen immer wieder die Dringlichkeit von Gegenmaßnahmen gegen Rechtsextremismus ins Gedächtnis rufen. Angesichts der ansteigenden Gewalt und des Extremismus in der Gesellschaft sind präventive Maßnahmen unerlässlich.

Die BTU hat sich klar positioniert: Sie unterstützt Partner und Verbündete, die in der Region aktiv sind und für eine offene, tolerante sowie demokratische Gesellschaft eintreten. Der Vorfall im Jugendclub „Jamm“ hat die Gefahr in den Fokus gerückt, die rechtsextreme Gewalt für junge Menschen und die gesamte Gemeinschaft darstellt.

Für mehr Informationen darüber, wie die BTU auf den Vorfall reagiert hat, lesen Sie B_T_U berichtet, dass ….

Zusätzliche Details und Berichte über den Angriff auf den Jugendclub finden sich bei Tagesspiegel.

Für einen umfassenden Überblick über die rechtsextreme Gewalt in Deutschland besuchen Sie Bundeszentrale für politische Bildung.