In einem schockierenden Fall von Jugendgewalt müssen sich zwei 19-jährige Männer aus Neustrelitz und Mirow ab dem 3. April vor dem Landgericht Neubrandenburg verantworten. Die Anklage lautet auf versuchten Mord aus Heimtücke. Dieser Vorfall ereignete sich im Herbst 2024, konkret am 11. November, als die beiden Angeklagten eine 17-jährige Bekannte unter einem Vorwand in eine Wohnung im Stadtteil Kiefernheide lockten. Dort kam es zu einer brutalen Attacke mit einem Hammer, bei der die Jugendliche am Kopf getroffen wurde. Einer der Täter hielt das Mädchen fest, während der andere weiter auf sie einschlug. Die 17-Jährige konnte trotz ihrer schweren Verletzungen schreien und fliehen. Aufgrund der lebensbedrohlichen Verletzungen wurde sie in eine Klinik gebracht, überlebte jedoch und benötigt weiterhin psychische Hilfe. Die Polizei nahm die Verdächtigen in Kiefernheide fest und beschlagnahmte einen Hammer, der als Tatwaffe diente. Den beiden Männern drohen nun lange Freiheitsstrafen, zudem sollen sie psychologisch begutachtet werden. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt, das Urteil wird Mitte Mai erwartet, wie nordkurier.de berichtet.

Der brutale Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Jugendgewalt in der Gesellschaft. Laut focus.de ist die Zunahme von Morden und anderen schweren Straftaten unter Jugendlichen ein besorgniserregendes Phänomen. In Deutschland regelt das Jugendstrafrecht die Konsequenzen für jugendliche Straftäter; dies gilt für Personen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Bei Heranwachsenden, also Personen zwischen 18 und 21 Jahren, kann das Jugendstrafrecht, je nach Reife des Täters, teilweise auch zur Anwendung kommen. Die Höchststrafe für Jugendliche reicht jeweils bis zu 10 Jahre, bei Mord sogar bis zu 15 Jahre. Dabei berücksichtigt das Jugendstrafrecht die besondere Reife von Jugendlichen und sieht bei milden Delikten oft geringere Strafen vor.

Psychologische Hintergründe und sozialer Kontext

Die Hintergründe für derartige Gewalttaten sind häufig komplex und erfordern eine differenzierte Betrachtung. Laut bpb.de ist Jugendkriminalität überwiegend männlich und zeigt, dass eine Mehrheit der Jugendlichen ihr kriminelles Verhalten mit dem Erwachsenwerden einstellen. Schwere Formen der Jugendkriminalität sind jedoch eher selten. Jugendkriminalität wird oft aus einem sozialen Kontext betrachtet, und es gibt zahlreiche Faktoren, die zu solchen Taten führen können, darunter familiäre Umstände, sozialer Druck oder individuelle Defizite. Besonderes Augenmerk sollte auch auf Präventionsmaßnahmen gelegt werden, die durch soziale Unterstützung und Integration wirksam sein können.

Die statistischen Daten zeigen, dass Jugendliche in den letzten Jahren seltener straffällig geworden sind, was unter anderem durch die Einschränkungen während der Covid-19-Pandemie beeinflusst wurde. Dennoch ist die Kriminalitätsbelastung von Jugendlichen insgesamt höher als die von Erwachsenen. Die Aufklärungsquote für polizeilich registrierte Fälle liegt bei 58,7%. Verhaltensauffälligkeiten, die zu Gewalt führen, stellen nicht nur für die Täter, sondern auch für die Opfer ein großes Problem dar, da viele Jugendliche auch als Opfer von Gewalt auftreten, insbesondere in familiären Beziehungen.